Für Freunde und die, die es noch werden wollen
 
StartseiteKalenderFAQSuchenMitgliederNutzergruppenAnmeldenLogin

Teilen | 
 

 Sinari-Town

Nach unten 
Gehe zu Seite : Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6 ... 9, 10, 11  Weiter
AutorNachricht
Kazel

avatar

Anzahl der Beiträge : 279
Anmeldedatum : 01.02.10

Charakter der Figur
Gesinnung: Schatten
Name: Kazel
Rasse: Halbdämon

BeitragThema: Re: Sinari-Town   Mo Sep 06, 2010 12:35 am

Kazel hatte nicht geglaubt, was er gelesen hatte. Er sollte tatsächlich mit Lien und seiner Aylin den Bergkamm überschreiten und in das Land des Lichtes eindringen. Warum? Was hatten sich diese Leute dabei gedacht? Über den Berg! Er versuchte einen Weg in seinem Kopf zurechtzulegen, der am ungefährlichsten war und kam zu dem Schluss, dass es keinen gab, der annähernd als ungefährlich hätte bezeichnet werden könnte. Kazel schluckte, als Aylin ihn fragte was los sei und wandte sich leicht von ihr ab. Dabei viel ihm Lien ins Auge, die ihn etwas trotzig ansah.
„Nichts… Es ist nichts. Wir sollten uns beeilen.“
Er klang ein wenig ärgerlich, aber es war nicht so, dass er auf Aylin wütend war. Nein er war wütend darauf, dass er mit Aylin ausgerechnet die gefährlichste Tour gehen musste, die er – wie er sich zu erinnern glaubte – jemals gemacht hatte. Es war furchtbar und er machte sich ernsthafte Sorgen einen der beiden zu verlieren. Er sah im Augenwinkel, dass sich Lien trotzig die Mütze vom Kopf zog. Es war ja auch nicht schon schlimm genug! Sie musste immer einen drauf setzen und Kazel passierte etwas, was ihm selten passierte. Er verlor die Beherrschung. Erstaunlicher Weise war es in letzter Zeit öfters der Fall gewesen, dass es Lien war, die ihm die Fassung stahl. Er drehte sich ganz zu ihr herum und funkelte sie an. Dann sagte er mit einer Stimme, die von Mordlust kündete: „Offenbar willst du sterben, was?“ Er riss ihr die Mütze aus der Hand und drückte sie Aylin in die Arme. Sie gehörte schließlich ihr und nicht Lien und auch nicht ihm. Er machte einen Schritt auf sie zu und musste sich wahrlich zurück halten. Er befürchtete, dass es ein langer, langer Weg werden würde, ehe er Lien wieder los wurde. „Wenn du nicht so verdammt stur wärest, wäre es annähernd erträglich mit dir zu reisen, Elfe!“, wieder sprach er das Wort auf, als wäre es das Letzte. „Kreaturen wie du, machen mich krank!“
Kazel packte sie am Schlafittchen und zog sie eng an sich heran. Er blickte ihr in die Augen, tat ihr jedoch nicht weh. Sein Zorn war nicht nur zu sehen, sondern auch deutlich zu spüren, denn die Luft um ihn herum schien zu knistern und voller Energie sein. Liens Haare fächerten sich, als wollten sie weg laufen. „Fordere mich nicht heraus. Niemand zwingt mich dazu dich am Leben zu lassen.“, flüsterte er und das pure böse schallte aus seiner Stimme. Dann ließ er sie los und schubste sie vor sich her. Mit ungewohnter härte sagte er zu Aylin: „Komm!“
Dann ging er wutentbrannt in Richtung Stadttor. Er zog ein Gesicht wie 7 Tage Regenwetter und wäre wahrscheinlich explodiert, wenn ihm noch einmal jemand dumm gekommen wäre. Das Stadttor erreichten sie nach nicht allzu langer Zeit und Lien wurde immer noch von ihm vor sich her geschoben. Jedoch verlor er auch nie die Nähe zu Aylin. Die Wächter der Stadt hielten sich in dezenter Entfernung zu Kazel auf, da sie offenbar kein Interesse daran hatten von ihm einen über den Latz gezogen zu bekommen. Und als ob das Schicksal ihnen einen Streich spielen wollte trat genau ein, was besser nicht hätte passieren sollen.
„Da ist er!“, rief eine dunkle und unbekannte Stimme, die eher grimmig als freundlich klang und Kazel hob den Kopf. Eine Gruppe Söldner, bis an die Zähne bewaffnet standen da und leckten sich die Klippen den Todesengel seiner Strafe zu übergeben und dafür einen Haufen Kohle einzusacken. Kazel betrachtete die Menschen und knirschte mit den Zähnen. War ja nicht so, dass er sowieso schon auf Hundertachzig war. Er sah den Typen an, der gesprochen hatte und presste die Kiefer aufeinander. Dann zischelte er durch die geschlossenen Zähne hindurch: „Geh mir aus dem Weg oder du wirst es bereuen…“
Da die Söldner nichts dergleichen taten, sondern auf ihn zustürmten, um ihm sein Leben zu nehmen, schubste er sowohl Lien, als auch Aylin so weit zurück, dass sie von ihm in einem Radius von 5 Metern weg waren und dann stieß er einen herzhaften und kriegerischen Schrei aus, der auch ein bisschen von Schmerz kündete. Und dann Breitete sich wie eine Glocke aus Elektrizität um Kazel aus und zerstörte alles in dessen Umkreis Ein dicker Blitz schoss aus dem Himmel auf Kazel hinab und verteilte sich gleichmäßig auf seine Angreifer. Man konnte spätestens daran erkennen, wie wütend Kazel wirklich war. Und das nur wegen des Briefes und Liens offenkundiger Bereitschaft ihn zu reizen. Er hatte seine Beherrschung verloren und um ihn herum lagen nun sieben Menschenleichen, die verkohlt und deformiert dort lagen. Kazels Atmung ging schneller und er konnte genau spüren, wie viel Power er durch diese unnötige Aktion verloren hatte. Ein bisschen erschöpft war er schon, aber er ließ sich nichts anmerken und drehte sich zu den beiden Mädchen. Vielleicht hatte Lien verstanden mit wem sie sich in Gesellschaft befand. Auch wenn das in diesem Moment nicht die Absicht von Kazel war. Vielleicht war er zu weit gegangen, aber er würde sich definitiv nicht entschuldigen. Er hatte die Nase jetzt schon voll. Am liebsten hätte er einfach alles hinter sich gelassen, hätte Lien weggeschickt, um ganz alleine mit Aylin irgendwo zu leben. Er empfand es nicht als schlimm, dass sie gerade gesehen hatte, wie er sieben Menschen getötet hatte. Es war für ihn schließlich auch nichts besonderes.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Lien

avatar

Anzahl der Beiträge : 213
Anmeldedatum : 31.01.10

Charakter der Figur
Gesinnung: Licht
Name: Lien
Rasse: Elfe

BeitragThema: Re: Sinari-Town   Mo Sep 06, 2010 8:58 am

Kazels Art ihr zu ziegen, dass ihm was nicht passte, kannte sie bereits.
Bla bla und Abschaum...
Dickköpfig wie sie war, ließ sie ihn sabbeln, sah ihn genau so stur wie auch sonst an.
Wie sollte er das auch verstehen?
Es interessierte sie nicht, bis er anfing zu schubsen.
"Dir ist eh nur dein Auftrag wichtig. Und wenn es drauf an käme, wäre ich eh die letzte, der du helfen würdest, "
meinte sie einfach nur leise, wobei wohl zu hören war, wie sehr sie das alles mit nahm.
Nach aussen hin cool nach innen tief verletzt, lief sie weiter, versuchte dabei sich nicht ständig schubsen zu lassen.
Kael lief neben ihr.
Er hätte ohnehin nicht viel ausrichten können.
Lien bedeutete ihn auf ihre eigene Art, ruhig zu bleiben und nicht irgendwas dummes zu versuchen.
Am Stadttor angekommen, standen ihnen auch schon diese Söldner gegenüber.
Ihr größter und letzter Fehler war es gewesen, Kazel noch wütender zu machen, als er ohnehin schon war.
Natürlich wusste sie, dass sie sich für ihren Trotz entschuldigen sollte, aber alles zu seiner Zeit.
Zunächst wurden Aylin und Lien erst mal weg geschubst, um seiner Wutentladung, in Form von Blitzen, zu entgehen.
Auch wenn seine Kräfte der Blitze so unglaublich war, verspürte sie unerklärlicher Weise keine Angst vor Kazel und dem was er tat.
Wieder fragte sie sich, warum sie nun nicht Todesängste vor ihm hatte.
Sie stand auf, reichte Aylin die Hand um sie hoch zu ziehen.
"Es ist nicht gegen dich, "
erklärte sie ihr leise.
"Ich weiß einfach nicht mit diesen Dingen um zu gehen. Danke das du mir helfen wolltest,"
meinte sie weiter.
Sie sehnte sich herbei endlich von Kazel befreit zu werden, wenn gleich sie ihn auf der anderen Seite auch liebte, wie eine Schwester.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Aylin

avatar

Anzahl der Beiträge : 130
Anmeldedatum : 21.06.10

Charakter der Figur
Gesinnung: Schatten
Name: Aylin Brunell
Rasse: Mensch

BeitragThema: Re: Sinari-Town   Mo Sep 06, 2010 10:30 pm

Aylin

Aylin mochte ihren Ohren nicht trauen, ihren Augen nicht trauen, einfach dem Ganzen was hier gerade geschah das was Kazel da tat. Sie war fassungslos. Sie konnte einfach nichts machen. Der beginn mit Kazel, wie er mit Lien umging war schon mehr als zu viel. Sie wollte irgendwie eingreifen wusste aber nicht wie,traute sich auch nicht wirklich. Die Art wie Kazel sie mit dem Wort Elfe betitelte war schon schlimm.
Der Schock, wie er mit ihr umging traf sie einfach zu hart. Dies war jedoch nichts im Vergleich zu dem, was darauf geschah. Er schubste sie beiseite, aus Schutz wie sie die Geste schon verstand. Danach wusste sie auch warum. Ein Blitz fuhr vom Himel und ließ alles in seiner Umgebung sterben. Irgendeine Blaue Energie ging so unglaublich schnell von ihm aus. Es war unfassbar. Sie wusste nicht zu entscheiden was es überhaupt war, ob es an ihm lag, oder aber höhere Mächte. Eins stand fest: Es war grässlich. Er hatte getötet, einfach so. Er wurde gesucht, ok, vielleicht genau weil er Menschen tötete, weil er der Todesengel war. Sie fand die Bezeichnung absolut unpassend. Das Wort Engel gehört nicht darein. Es... Sie wusste sich nicht zu helfen. Hatte sie sich wirklich in ihn verliebt, in jemandem der so tötete, einfach so? Der Geruch von verbranntem Fleisch und Haar stieg auf und vermischte sich zu einem üblen Geruch, der Aylin fast hätte übergeben lassen. Sie wagte es schon gar nicht zu den Leichnamen der Männer zu schauen. Sie wollte es einfach nicht sehen. Sie konnte einfach nicht anders. Fassungslos starrte sie Kazel an. Jemand hob sie auf, half ihr dabei wieder auf die Beine zu kommen. Lien. Sie schien gar nicht verwundert über dies. Konnte sie auch so etwas. Menschen töten? Einfach so, ohne Probleme? Innerlich drehte sich alles. Gedanken schrien. GEH! GEH WEG! JETZT KANNST DU NOCH! Sie rührte sich nciht. Es schien so weit weg. Als er ihr erzählte, er sie der Todesengel, er würde Menschen töten. Es schien alles so unheimlich weit weg, nahe zu unrealistisch, nicht vorhanden. Ihr Kazel so wie sie ihn dachte kennengelernt zu haben, ihn mochte, hätte nicht getötet. Dafür war er viel zu lieb und zu nett zu ihr gewesen. Ihr Drang sich zu übergeben verstärkte sich. Sie wäre gestorben bestimmt. Vor drei tagen! Die Worte Liens vernahm sie gar nicht. Sie hörte ein „Danke“ Einer unliebsamen Floskel gleich, folgte nur ein emotiostotes „Nicht dafür.“ Dann ließen ihre Beine nach und sie kippte um. Alles wurde Schwarz.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Kazel

avatar

Anzahl der Beiträge : 279
Anmeldedatum : 01.02.10

Charakter der Figur
Gesinnung: Schatten
Name: Kazel
Rasse: Halbdämon

BeitragThema: Re: Sinari-Town   Di Sep 07, 2010 9:48 am

Nachdem er diesen Abschaum beseitigt hatte und sich zu Lien und Aylin umdrehte, war es als hätte er einen Schlag ins Gesicht bekommen. Er hatte vermutete, dass die beiden nicht sonderlich begeistert gewesen wären, aber das? Er sah Lien an, die kaum Kenntnis davon zu nehmen schien, was er getan hatte. Sie hatte keine Angst vor ihm. Warum auch? Sie wusste, dass er sie nicht töten würde. Und dass er sich heil dahin bringen müsste, wohin sie nun unterwegs waren. Aber als er in Aylins leere, traumatisierten und entsetze Augen blickte, traf ihn das wie ein Schlag. Er hatte nicht geglaubt, dass ihn das so sehr mitnehmen würde. Aber das tat es und prompt im nächsten Augenblick, als Lien sie hochgezogen hatte, klappte sie zusammen. Die 5 m Abstand waren mit einem Mal ein Katzensprung für Kazel und bevor sie mit dem Kopf irgendwo aufschlagen konnte, war sie sicher in seinen Armen verwahrt. Was hatte er getan? Sie hatte es doch gewusst! Er hatte es ihr doch extra gesagt. Hatte Minuten des Todes in seiner Brust gespürt, als sie hin- und hergerissen vor ihm stand und er nicht wusste, ob sie gehen würde.
„Komm Lien…“, sagte er nun sehr viel leiser und sanfter und ohne eine Spur von Zorn. Aylin trug er vor seiner Brust in ihren Armen. Sicher hätte sie gewollt die Leichen zu bestatten. Aber dafür blieb keine Zeit. Während sie so dahin liefen. Wunderte er sich über Liens Worte. Es stimmte nicht ganz. Denn auch Lien war etwas Besonderes für ihn. Nicht um sonst rief sie ihm immer wieder schmerzlich den Namen Kallen ins Gedächtnis. Sie war nicht seine kleine Schwester, aber irgendwie…Vielleicht brachte sie ihn deshalb so schnell auf die Palme. Denn sie sah ihr nicht nur ähnlich, sie verhielt sich auch meistens genau wie sie. Und das machte Kazel so unglaublich wütend, weil ER damals versagt hatte. Nein, er hatte nicht nur versagt. Er hatte sie ja sogar selbst aus dem Leben gefegt.
„ich werde euch beide beschützen.“, sagte er schließlich knapp, ohne dabei einen der beiden direkt anzusprechen.
Als er wieder zu Aylin hinab blickte fragte er sich, ob er wirklich das richtige getan hatte. Ob er sie wirklich mit sich nehmen konnte. Sie war so schwach und zierlich, er würde sie immer beschützen müssen und Lien würde er endlich trainieren müssen. So wie es vorgeschrieben war.
Was ihm jedoch im Moment die meisten Sorgen bereitete waren die Berge. Sie waren noch weit weg, aber die Gefahr schien ihnen schon längst im Nacken zu sitzen
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Lien

avatar

Anzahl der Beiträge : 213
Anmeldedatum : 31.01.10

Charakter der Figur
Gesinnung: Licht
Name: Lien
Rasse: Elfe

BeitragThema: Re: Sinari-Town   Di Sep 07, 2010 1:41 pm

Lien hatte Aylin gerade auffangen wollen, da stand Kazel schon bei ihr.
Liens Blick war Vorwurfsvoll.
Er hatte gewusst, dass sie ein zartbeseitetes Menschenmädchen war, was keine Ahnung davon hatte, wie grausam es sein konnte, zusehen zu müssen, wie jemand starb.
Auch wenn er es ihr gesagt hätte, wovon sie eigentlich auch aus ging, würde es das Mädchen jedes Mal wieder treffen, würde er so etwas tun.
Aus irgendeinem Grund konzentrierte sie sich auf die Erde, doch geschah nichts.
Sie wusste ja nicht einmal, warum sie es tat.
Vielleicht würde sie es noch heraus finden.
Es wurde Zeit sich ihren Wurzeln zu widmen und endlich die Magie in ihr wieder wach zu rufen.
Es konnte doch nicht sein, dass sie lediglich ein Licht her zaubern konnte.
Kazels Stimme war es, die sie wieder ins hier und jetzt rief.
Er klang wieder viel sanfter als zuvor. Scheinbar hatte er gerade selber einen Schock bekommen.
Sicher wollte er die beiden Beschützen, doch ... sie war überzeugt, das die Liebe, welche er zu dem Menschenmädchen empfand stärker wäre, als das Pflichtbewusstsein seines Auftrages.
Es wurde Zeit sich verteidigen zu lernen und das nicht nur einfach verbal.
Ohne ein weiteres Wort, folgte sie Kazel.
Eigentlich wollte sie ihn anschnauzen, weil er dem Mädchen so etwas an getan hatte, doch seine Betroffenheit ließ sie die Worte einfach im Mund behalten.
Es kostete ein wenig Überwindung, denn er tat ihr auch immer wieder weh, doch war es kaum angemessen ihm Vorwürfe zu machen.
"Sie wird sich nicht daran gewöhnen ... "
meinte sie nur leise.
"Auch wenn sie es wieder und wieder sieht, wird es ihr weh tun und sie immer wieder erschrecken. Das ist nicht der Kazel in den sie sich verliebt hat,"
stellte sie vorwurfslos fest.
Er hatte keinen Einfluß auf die Situationen und würde er die Opfer fort locken, so würde er Gefahr laufen, den beiden Mädchen würde etwas geschehen.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Aylin

avatar

Anzahl der Beiträge : 130
Anmeldedatum : 21.06.10

Charakter der Figur
Gesinnung: Schatten
Name: Aylin Brunell
Rasse: Mensch

BeitragThema: Re: Sinari-Town   Di Sep 07, 2010 11:16 pm

Aylin

Sanftes Schaukeln lies das junge Mädchen ihre Besinnung wiedererlangen. Bizarre Bilder hatten sich vor ihrem innerem Auge abgespielt, dinge die sie um alles in der Welt am liebsten verdrängt hätte. Gleichzeitig wagte sie aber nicht ihre Augen zu öffnen. Warum? Nur langsam schienen die Erinnerungen er letzten Geschehnisse in sie einzudringen. Schlimm genug das sie Komma zustand diese Bilder hatte. Aber jetzt auch im wachen Zustand? Dann sah sie es. Ganz deutlich. Kazel! Wie er da stand und auf einem Schlag mehrere Leben auslöschte! Sie zuckte, riss die Augen auf und sah sich in den Armen Kazels wieder. Sie wusste nicht was sie machen sollte. „Lass mich runter! Sofort!“ Selten hatte sie jemanden angeschrien, konnte, soweit sie sich erinnerte, immer ihre Fassung halten, aber jetzt? Kazel ließ es zu. Auf ihren Füßen stehend, schwankend und wackelnd schaute sie ihn an, ging rückwärts einige Schritte zurück. Sie brachte erst mal Abstand. „Du hast es getan, oder?“ Erst jetzt sah sie Lien, die wie bedröpelt daneben stand. Ungläubig schaute sie zu beiden hin und her. „Was ist hier eigentlich los? Du musst Lien irgendwo hin bringen zu irgendeinem Gottverdammten Ort, springst mit ihr um als wäre sie irgendetwas abstoßendes, dann tötest du Menschen, einfach so, mit wer weiß was für Kräften und hast nicht einmal ein Problem damit? Todesengel hin oder her. Muss das denn alles wirklich sein?! Mussten sie wirklich sterben?“ Sie schaute ihn an. Brennende Wut, Verzweiflung und Trauer stand in ihnen geschrieben. Wissentlich unfähig auch nur irgendetwas zu schaffen, zu bewirken oder auszurichten. Ihre innere Zwist nicht unter Kontrolle bringend, setzte sie sich einfach. „Du warst so lieb so mir, so ehrlich und offen..“ Tränen liefen ihr von er Wange, schlugen sich auf ihre Stimme nieder und ließ sie auf einmal ganz heiser klingen. „Wie hast du dir das mit uns beiden vorgestellt? Das ich neben dir stehen und zuschauen wie du da draußen irgendwelche Menschen umbringst?“ Sie schluchzte. „Mein Gott das sind Menschen, so wie“ , eine spürbare Pause ging von ihr aus, als würde sie jetzt erst was richtig verstehen. Er war kein Engel, nein. „...ich...“ Wo war sie da eigentlich hingeraten. Mit einem Mal zersprang ihre rosa Wolke zu tausenden von kleinen Splittern und ließen sie Stück für Stück die Realität spüren. Mit jedem Einschlag deutlicher. Sie schüttelte den Kopf. „Du bist ein Dämon, oder?“ Es war mehr eine rhetorische Frage. Langsam stand sie auf, wischte sich ihre Tränen bei Seite, ging auf die beiden Hasser des Schattens zu. Kühl und ohne Emotionen sprach sie es aus. „Ich will nicht sterben. Also werde ich mitkommen. Ich kenne dein Geheimnis. Somit bin ich eine Gefahr. Gut möglich, das ich ein passendes Alibi für dich abgebe, damit du nicht sterben musst.“ So heiß ihr Herz für ihn geschlagen hatte, es vielleicht auch noch immer diese Kraft verspürte, sie wollte es nicht wahrhaben. Langsam stellte sie sich ohne noch ein Wort verlieren zu wollen hinter die Gruppe und wartete bis es weiter gehen würde: der dunkle Weg ins ... .
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Kazel

avatar

Anzahl der Beiträge : 279
Anmeldedatum : 01.02.10

Charakter der Figur
Gesinnung: Schatten
Name: Kazel
Rasse: Halbdämon

BeitragThema: Re: Sinari-Town   Mi Sep 08, 2010 12:49 pm

Dieses Mal gehorchte ihm Lien auf Anhieb und lief ihm folgsam hinterher. Kazel dachte über alles Mögliche nach. Das war schlecht. Er war viel zu abgelenkt. Was würde sie wohl sagen, wenn sie u sich kam? Was konnte er tun, um ihr diesen Anblick zu ersparen. In was für einer Welt lebte sie eigentlich? Es war doch ganz normal, dass in den heutigen Zeiten Gewalt angewandt und sich gegenseitig umgebracht wurde. Kaum merklich schüttelte er den Kopf. Sie hatte gewusst, wer er war, hatte mit ihren Tränen versucht seine Hände rein zu waschen. Vergeblich, wie er fand. Irgendwann würde er in der Hölle landen, dachte er grimmig und sie würde er mitnehmen, da er ihre Seele nach und nach vergiften und verderben würde. Aber auch hier war er wieder sehr egoistisch. Anstatt sie zurückzulassen, was das Beste für sie wäre. Nahm er sie mit sich mit. Obwohl er wusste, was er ihr damit antat. Und dann wurde er jäh aus den Gedanken gerissen, als Lien nun endlich aussprach, was sie dachte. Er hatte ihr angesehen, dass ihr etwas auf der Zunge lag und er war darauf vorbereitet. Das dachte er zumindest. Ihre Worte trafen ihn trotz aller Vorkehrungen, wie ein heftiger Schlag.
„das weiß ich selbst!“, fauchte er. Als ob er sich nicht genau darüber den Kopf zerbrechen würde. Dann sagte er wieder mit toter Stimme: „Aber ich bin genau der, den sie kennen lernte. Oder glaubst du, ich würde ihr so etwas antun?“
Plötzlich regte sich etwas in seinen Armen. Aylin kam zu sich. Sie hatte die Augen aufgerissen, die vor Abscheu und Angst schimmerten und dann schrie sie ihn auch schon sofort an. Sie schrie ihn an? Ihre Stimme passte nun gar nicht zu ihr. Er tat jedoch was sie verlangte. Schließlich würde er ihr jeden Wunsch erfüllen, sollte es zumindest zu erfüllen sein und nicht gegen ihre Sicherheit gehen. Und dann legte sie auch gleich hinterher. Ob er es war? Ob er was war? Er konnte sich nicht erinnern, irgendwann mal etwas in dieser Stadt groß verbrochen zu haben. Er hatte jedoch keine Zeit zum nachdenken, schaute stumm zu seiner Geliebten herüber und hörte sich an, was sie zu sagen hatte.
Sie hatte ja keine Ahnung. Sicherlich mussten sie sterben, anders konnte man diese Kakerlaken ja nicht loswerden. Und es war auch nichts Besonderes. Schließlich hatte er schon so oft getötet, dass es für ihn zur Normalität geworden war. Und was Lien betraf, war das ganz allein seine Sache. Sie hatte sich da nicht einzumischen, man konnte niemandem die Kunst des Tötens beibringen, wenn der Schüler seinen Lehrer nicht fürchtete oder hasste. Die Emotionslosigkeit konnte er ihr sowieso erst später beibringen.
Plötzlich setzte sie sich einfach hin und Kazel war maßlos überfordert. Was sollte er nur machen? Was wenn jetzt jemand oder etwas kam? Was wenn sie angegriffen wurden. Er konnte Aylin unmöglich mit Gewalt hoch ziehen. Nun ja. Er hatte sie ja auch schon weggeschubst. Dennoch er wagte sich keinen einzigen Schritt auf sie zu. Bisher war Aylins Trauer und Wut für ihn wenig verständlich und er schaute sie einfach nur an. Sein Gesicht war eine Maske undurchdringlich und starr.
Doch genau diese Maske bröckelte und ein Hauch von Schmerz huschte über seine Mimik und auch Gestik. Natürlich war er ehrlich gewesen. Er hatte es ihr doch gesagt und sie hatte sich entschieden, ihm trotzdem zu folgen. Natürlich war er „lieb“ gewesen, er war schließlich nicht gänzlich ein Monster. Und Natürlich hatte er auch vermutet, dass die Zukunft sich eher schwierig gestalten würde, aber das war ihm egal gewesen. Und nun? Was warf sie ihm eigentlich vor? Und dann traf ihn der zweite Schlag, der seine Emotionslosigkeit zerstörte. So wie SIE? Wie konnte Aylin glauben, dass er sie töten würde? Wie konnte sie glauben, dass irgendetwas wichtiger war, als sie? Lien hatte Recht, wenn er sich entscheiden musste, wen würde er dann wohl wählen? Natürlich Aylin, also wie konnte sie glauben, dass er ihr auch nur ein Haar krümmen würde? Er merkte wie seine Beine taub wurden und er beinahe die Kraft verloren hätte gerade stehen zu bleiben. Einen Moment schloss er die Augen und hörte sich auch noch den Rest an. Was hätte er den tun sollen? Warten und zusehen, wie diese Männer ihre Waffen in seinen Körper rammten? Wie stellte sie sich das vor? Schmerz wich Zorn und Zorn wich wirklicher Wut. Aber erst als sie sagte, sie sei ein Alibi für ihn schäumte diese über und Kazel tat, was er nicht geglaubt hatte zu tun. Er wies seine Freundin energisch und mit furchteinflößender Stimme zurecht:
„Was glaubst du eigentlich was du hier machst? Denkst du vielleicht, ich habe Lust zu sterben. Ich weiß nicht in welch einer Plüschwelt du aufgewachsen bist, aber die Realität sieht nun mal genauso aus! Es spielt keine Rolle, welcher Rasse die Killer angehören, die mir ans Leder wollen. Ich behandle sie alle gleich. Wer sich traut mich herauszufordern, wird entweder mit dem Tode bestraft oder erntet Ruhm!“, er machte eine kurze Pause und wandte den beiden Damen den Rücken zu, wobei er zwei Schritte weiter ging. „Weißt du was? Ich habe schon so viele Leute getötet, dass es keinen Unterschied macht, wie viele noch dran glauben werden.“ Dann drehte er sich schnell und energisch um. „Aber… aber dass du glaubst, ich könnte dir auch nur noch ein einziges Mal den Dolch an die Kehle halten und dein Leben bedrohen, das…“ Er wandte sich wieder ab. Seine Stimme, war leicht brüchig gewesen, doch nun ertönte sie in bekannter Härte. Er verschränkte die Arme vor der Brust und holte tief Luft. Er beruhigte sich langsam. Woher sollte er wissen, wie Aylin gelebt hatte. Wo er in seinem Leben doch nur Schmerz, Hass und Angst erfahren hatte. Außerdem konnte er auch nicht abstreiten, dass es ihm gefiel die Macht über Leben und Tod zu haben.
„Ich bin ein Dämon, du hast Recht. Aber all das wusstest du. Du hast nur die Augen davor verschlossen.“ Wieder drehte er sich um und sagte laut und beinahe dämonisch: „Es ist allein deine Schuld! Du wolltest mit mir zusammen sein! Du bist mir nachgelaufen! Ich habe dich zu nichts gezwungen, also gib mir nicht die Schuld an deiner Fehleinschätzung! Ich habe genau gewusst was ich tue, aber du offensichtlich nicht! Und wenn du dieses Leben nicht führen willst, dann geh zurück zu deinen Freunden und deiner Familie. Und mein Herz kannst gleich mitnehmen, denn du hast es sowieso schon in Stücke geschlagen!“
Damit wandte er sich von den beiden Mädchen vollends ab und stiefelte schnell und ohne Umschweife weiter in die Steppe. Sein Ziel waren die Berge, doch nun, war er sich nicht sicher, ob er nicht einfach darauf warten würde, dass jemand kam, um ihm das Leben zu nehmen. Als er ein bisschen Abstand gewonnen hatte und gerade durch den Schatten eines Baumes lief, versperrte ihm ein kleiner Stein, der aus dem Boden Ragte den Weg und ließ ihn fallen. Er stürzte auf die Knie. Seine Augen brannten und er blieb einfach dort, wo er sich befand. Was hatte er getan? Er würde es nicht überleben, wenn Aylin davonlaufen würde. Auf der anderen Seite hatte sieh ihm so weh getan, wie er es niemals für möglich gehalten hatte. Sie hatte sein Innerstes wahrlich in Stücke gerissen und er wurde an die Jahre der Gefangenschaft und Folter erinnert, die ein Witz dagegen waren.


Zuletzt von Kazel am Mi Sep 08, 2010 10:44 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Lien

avatar

Anzahl der Beiträge : 213
Anmeldedatum : 31.01.10

Charakter der Figur
Gesinnung: Licht
Name: Lien
Rasse: Elfe

BeitragThema: Re: Sinari-Town   Mi Sep 08, 2010 8:46 pm

Lien kniete sich zu dem Mädchen und funkelte Kazel böse an.
"Wie kannst du es wagen ihr die Schuld zu geben du blöder Hornochse. Wie immer. Wenn jemand versucht dir ein wenig näher zu kommen und ein wenig Gefühl entgegen zu bringen, wechselst du die Masken schneller als man schauen kann und ziehst eine Blockade in dir auf. Weißt du was? Schieb nur ruhig alles auf andere und deine Scheiß Vergangenheit und seh nicht ein, dass du etwas anderes hättest tun können. Hättest du ihr gesagt sie soll da bleiben, wäre es dir auch nicht recht gewesen, sie hätte es getan und nun schnauzt du sie noch an?"
Lien war so wütend, dass sie nicht einmal merkte, wie sich um sie herum langsam ein Luftwirbel zu drehen begann.
Sie legte einen Arm um Aylins Schulter, die ihr auch eben noch bei gestanden hatte und versuchte sie so zu trösten.
"Es gibt zufällig auch andere Wege als immer nur deine Angstmacherei und deine ewigen Beleidigungen. Ich habe doch nicht einmal beleidigt. NICHT EINMAL und nehm es noch hin das du mich wie Abschaum behandelst. Sie dir da Dorf an. Sieht es aus als würden hier täglich die schlimmsten Morde geschehen, oder als habe sie das alles von klein an erlebt? Und ... ich hatte recht ..."
Sie biss sich auf die Lippen denn fast wäre es ihr einfach heraus gesprudelt.
~Du hast deine Schwester ermordet und würde man es von dir verlangen, wärest du in der selben Situation mit Aylin, wie damals bei deiner Schwester, würdest du sie ebenfalls töten. Du MUSST gehorchen und kannst es eben nicht anders,~
dachte sie, wobei sie sich so sehr auf ihn konzentrierte, wie sie es nie getan hatte.
Hätte sie geahnt, dass diese Gedanken auch ihn erreichen konnten, hätte sie es wohl nicht getan.
Sie versuchte Aylin auf zu helfen.
"Wenn du nach Hause zurück möchtest ... dann geh. Wenn du mit willst, geh mit uns. Er ist nicht so böse, wie du glaubst. Er hat uns beschützen wollen. Er hatte eben ein schweres Leben."
Auch wenn er nun auf den Knien saß und nicht hoch kam, war es ihr im Moment ziemlich egal.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Aylin

avatar

Anzahl der Beiträge : 130
Anmeldedatum : 21.06.10

Charakter der Figur
Gesinnung: Schatten
Name: Aylin Brunell
Rasse: Mensch

BeitragThema: Re: Sinari-Town   Mi Sep 08, 2010 11:00 pm

Aylin

Sie wollte das alles nicht. Liens Worte hörte sie wie durch einen grauen Schleier, nur das sie gegen Kazel gerichtet waren und vielleicht einzelne Bruchstücke konnte sie vernehmen. Sie lehnte sich gegen die Elfe. Den Boden hatte sie schon längst mit weit aufgerissenen Augen erreicht. Ihre Arme hingen zur Seite hinunter. Ihr Blick war ganz leer. Ja, Kazel hatte recht, er hatte ihr alles gesagt, er hatte es ihr wirklich alles gesagt und weitaus mehr. Jetzt hatte sie erlebt wie es in seiner Welt aussah, doch das war nicht die Realität. Normal war es zu arbeiten, sich zu streiten, zu versöhnen, gemeinsam etwas zu unternehmen, glücklich zu sein und miteinander Alt zu werden. Das war normal. Aber das. Sie überlegte. Dann begann sie zu weinen. Tränen flossen ihr aus den Augen. Sie schüttelte den Kopf. Gehen natürlich, gehen, flüsterte sie nur leise. In ihrem Kopf nahm ein bizarrer Gedanke Gestalt an.
Kazel war schon weg, hatte sich fortbewegt, aber das war egal. Sie würde ihn schon finden. Langsam griff sie um Lien, drückte sie kurz an sich. „Danke, aber es reicht“ , flüsterte sie ihr zu. „es war meine Schuld. Sie stand auf, ging langsam in Richtung Kazels. Ihre Mine hatte sich verhärtet. So wie Kazel sprach, so wie er sich gab, konnte sie ihn nicht ändern, das wollte sie auch eigentlich nicht. Immerhin mochte sie ihn so, wie er war und scheinbar war es etwas von ihm, dieses töten. Schon der Gedanke widerte sie an. Aber gehen konnte sie nicht. Ihr war nicht danach zu sterben nicht sobald. Im lauf kramte sie ein Taschenmesser heraus, das ihrem Vater mal gehörte, sie aber von ihm geschenkt bekommen hatte. Kurz schaute sie es an, dann strich sie das Schutzleder hinunter, zog die scharfe Klinge blank. Sie hatte sich in ihn verliebt, ja. Aber jetzt hatte sich alles geändert. Ein völlig anderes Mädchen würde er nun vorfinden. Er würde ihm eine Seite an ihr zeigen, die er nicht kannte.
„Ich versteh dich nicht Kazel...“ sie hatte ihn erreicht, sah wie er am Boden kauerte, schluchzte. „Ich dachte, du seist der Todesengel, der, der jedem den Tod bringen würde und bei mir weinst du? Weil du mich liebst?“ Ihr Ton war eiskalt. „Los dreh dich um und sieh mich an.“ Sie wartete. Das strahlende Blau ihrer Augen zitterte. „Ja, ich hatte eine schöne Kindheit und Weißgott ich habe keine Ahnung, wie es in deiner Aussah. Aber das du zu dem wurdest was du jetzt bist muss wohl schon alles sagen.“ Sie wagte es nicht einmal zu blinzeln, sah ihn einfach nur stur an. „Ja ich hatte mich verliebt in dich. Und ja, scheinbar war wohl ich die Dumme von uns beiden. Ich verstehe nicht, was daran ist jemanden zu töten und nichts zu empfinden aber seit dem Moment gerade in der Stadt wusste ich: Jetzt ist es vorbei, jetzt hast du dein altes Leben verloren. Und weißt du auch warum? Ich kann nicht zurück, selbst wenn ich es gewollt hätte. Sie würden mich finden, wer auch immer und mich umbringen. Genauso wie meine Familie. Vielleicht sind sie es sogar schon.“ Ihre Hand zitterte. „Aber auch das ist meine Schuld.“ Sie musste blinzeln, eine Träne rann ihrer Wangen hinunter. „Seit dem sie wissen, das ich bei dir bin.“ Der Kloß in ihrem Hals begann zu schmerzen, ihr die Kehle zuzuschnüren und sie mehr und mehr die Realität wahrnehmen. Sie verbannt den Anblick ihrer toten Familie aus ihren Gedanken. „Und dort hin soll ich zurückgehen?“ Sie ließ ihm keine Zeit zu reagieren. „Ich kann dich nicht davon abhalten zu töten, also werde ich es auch nicht. Sie nahm das Messer kräftig in die Hand und legte die nackte Klinge auf ihren entblößten Unterarm. Die zarte haut brach und ließ einen Tropfen ihres Blutes frei. Ehe sie es wagte noch länger zu zögern, zog sie die Kling quer. „Schmerzen standen ihr ins Gesicht geschrieben.“ Für jeden Toten der durch dich absichtlich verschuldet wurde, werde ich weitermachen. Vielleicht hattest du in der Stadt keine andere Möglichkeit, aber ich glaube das du nichts anderes vorhattest. Deshalb und solange das ist werde ich weitermachen. Sie setzt die Klinge ein weiteres mal an.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Kazel

avatar

Anzahl der Beiträge : 279
Anmeldedatum : 01.02.10

Charakter der Figur
Gesinnung: Schatten
Name: Kazel
Rasse: Halbdämon

BeitragThema: Re: Sinari-Town   Do Sep 09, 2010 11:55 am

Kazel kniete immer noch da nicht in der Lage aufzustehen. Es war gar nicht die körperliche Erschöpfung, die das verursachte viel mehr war es irgendwie ein innerer Widerwille. Er hatte keine Lust weiterzumachen, bevor hier nicht alles geklärt war. Wie schwach er doch war. Konnte sich nicht mal zweiGören gegenüber behaupten und das, wo er doch sonst jedem einfach so das Leben nehmen konnte. Schon eigenartig, was Gefühle mit einem anstellten. Aus diesem Grund hatte er sich diese ja auch eigentlich abgewöhnt. Er hörte liens aggressive Stimme und dachte sich dabei, dass es wie immer sein würde. Er hatte keine Lust sich ständig über solche Lapalien zu streiten. Er hatte doch nur seine Arbeit getan und Aylin hatte das aus der Bahn geworfen und nun? Gerade als Kazel neuen Mut fasste und sich sagte, dass er im Recht war und alles zu gegebener Zeit wieder seinen normalen Gang gehen würde, glaubte er seinen Ohren nicht zu trauen und ein unangenehmes und sehr starkes Gefühl kroch langsam seine Brust hoch.
Was war das? Er schob gar nichts auf seine Vergangenheit. Er war nun einmal so und er würde sich kaum ändern können. Dieses Unangenehme Gefühl, was er da empfand war kein wirklicher Zorn es war etwas ganz anderes, was er nicht so Recht beschreiben konnte. Enttäuschung? Wie konnte Lien ihm etwas Derartiges an den Kopf werfen? Was konnte er denn dazu, dass man ihn gefoltert und „ausgebildet“ hatte? Er ballte die Fäuste in seinem Schoß. Als sie fertig war, stach sich jedoch plötzlich ein ungeheurer Gedanke in seinen Kopf. Es fühlte sich an wie eine enorme Verletzung seiner Privatsphäre. Jemand drang in seinen Kopf ein und dieser Jemand war keine andere als Lien. Das wusste er sofort. Er sah sie mit einer Mischung aus Überraschung und Ärger an. Doch als er die Gedanken hörte, die sie ihm „sandte“, verflog die Überraschung und wich purem Zorn. Kazels Augen wurden blasser und blasser und strahlten in diesem kühlen Blau, die eigentlich zu seinem dämonischen Ich gehörten.
Da er immer noch mit dem Rücken zu ihnen saß, sah niemand, wie sich seine Augen verändert hatten. Und erst als er Aylins Stimme hörte, brachte er sich wieder unter Kontrolle. Nun ja zumindest zum Teil. Noch immer die Fäuste geballt kam er ihrer Aufforderung nach. Aber seine Augen waren normal. Er sah das Messer in ihrer Hand und erschrak. Zorn war fürs erste Angst gewichen. Doch nicht, weil sie ihn hätte verletzen können, sondern weil dieser Gegenstand einfach sehr falsch in ihren Händen aussah und Kazel ein großes Übel erahnte. Er sollte Recht behalten.
„Was machst du?“, hauchte er und sah sie verständnislos an, ohne auf ihre Aussagen zu reagieren. Was hatte sie vor? Würde sie ihm das Messer in die Brust rammen würde er sich sicher nicht wehren. Er hörte zu und in dem Wissen, dass ihre Eltern schon tot sein könnten, hatte er es trotzdem getan und Aylin mitgenommen. Sicher war, dass sie sterben mussten. Zwar nicht durch ihn, aber durch irgendjemanden. Er hatte es in Kauf genommen. Aylin hatte sich sehr verändert. Ihre kalte Stimme, ihre Art zu sprechen, die Schuldzuweisung… Was hatte er nur getan. Er liebte dieses Mädchen vom tiefsten Abgrund seiner Seele bis hinauf zu seinem entflammten Herzen. Aber er hatte nichts Besseres zu tun, als sie zu Recht zuweisen. Er hatte richtig gehandelt! Nein er allein war an allem schuld! Aber er hatte es ihr doch gesagt. Aber nicht das mit ihrem Vater.
Kazel hielt sich die Hände an die Schläfen und presste die Augen zusammen, er sah für einen so kleinen Moment nicht hin und mit einem Mal hörte er das bekannte Geräusch vernahm den bekannten Geruch. Er hatte keine Schmerzen daher musste es Aylin gewesen sein, durch deren haut eine Klinge fuhr. Er traute sich kaum die Augen zu öffnen und als er sah, was geschehen war. Seine weit geöffneten Augen starrten auf die klaffende Wunde, die unter normalen Umständen in der Wildnis durchaus zum Tode führen konnte. Er war so in Panik, dass er erst mal gar nicht darüber nachdachte, dass der Doc Lien Heilsalben und Verbände mitgegeben hatte. Als er den Schmerz in ihrem Gesicht sah schien es, als würde er den Schmerz selbst empfinden. Sie so zu sehen, brachte das Fass zum überlaufen. Er löste sich aus seiner Starre und gleich als Aylin das Messer erneut ansetzte sprang er Pfeilschnell hoch und riss es ihr aus der Hand ohne sie dabei zu verletzen und gab ihr eine Ohrfeige, die zwar ihre Wange röten würde, aber eher überraschend war, als schmerzhaft. Die Klinge bohrte sich in sein Fleisch, als er die Hand abermals zu einer Faust ballte. Jetzt war er nicht nur wütend, dieses Mal war er auch noch vernünftig. Zumindest für seine Verhältnisse. Seine Stimme war ganz normal, als wäre nie etwas vorgefallen. Alleine seine Körperhaltung verriet, was er gerade empfand.
„Gut. Ich habe verstanden. Und jetzt hört ihr mir beide gut zu:“ Er merkte gar nicht wie unaufhörlich Blut auf den Boden tropfte. Erst als er das Messer weg steckte und Aylins Arm zu sich zog erkannte er, dass er sich in die Hand geschnitten hatte. Es war ihm egal. Einzig und alleine Aylins Arm stand nun in Betrachtung. Er presste eine Hand darauf und wickelte anschließend eine alt aber sauber aussehende Binde darum, während er sprach: „Lien, du glaubst ich schiebe alles auf meine „scheiß“ Vergangenheit? Du irrst dich. Im Gegenteil, denn ich versuche sie so oft es mir gelingt, sie zu vergessen. Abgesehen davon. Hast du keine Ahnung, was ich in meiner Vergangenheit durchlebt habe. Glaubst du, du kannst mich richten? Nur zu. Versuch es. Aber du weißt nichts über mich. Du weißt ja nicht einmal etwas über dich selbst…“ Er ließ Aylins Arm los, als er ihn verbunden hatte. Kazel hatte sie mit seinem eigenen Blut besudelt.
„Und Aylin, du verkennst die Lage. Ich habe diese Männer nicht getötet, weil ich es wollte oder es mir Spaß macht. Im Gegenteil. Ich verabscheue es. Genauso wie ich meinen Namen verabscheue, den man mir im Volksmund gegeben hat. Weder bin ich ein Engel noch habe ich daran Interesse anderen den Tod zu bringen, aber hätte ich es nicht getan, wären wir jetzt nicht hier. Aber wenn du…“ Seine Beherrschung brach abermals und seine Stimme war Tonlos und kratzig. „Aber wenn du vor hast dir für jedes Leben Schmerz zuzufügen, nehme ich lieber in Kauf, mich das nächste Mal töten zu lassen. Er legte behutsam seine Hand auf ihre Wunde. Seine Finger zitterten. Er konnte nicht glauben, dass sie so etwas getan hatte. Kazel wusste nicht so Recht, was er sagen sollte, als er beschloss nun alle Karten auf den Tisch zu legen. Allerding ging nach und nach immer mehr von seiner bereits gebrochenen Beherrschung flöten.
„Ich werde den Auftrag weiter führen, Lien. Ich werde dich ausbilden und dir zeigen wie man tötet.“ Es klang ziemlich skrupellos. Und jetzt als er wieder zu Lien sprach wurde er auch wieder zorniger. Und da er ja auch alle Karten auf den Tisch legen wollte… „Und eines kannst du mir glauben. Ich habe nie gewollt, dass es so weit kommt.“ Er holte tief Luft und seine Stimme klang kalt und kälter. „Du hast verdammt noch mal Recht. Ja du hast Recht! Ich habe sie getötet. Mit meinen eigenen Händen, habe ich ihr ihr Leben genommen. Habe sie zur anderen Seite geschickt!“, er war immer lauter geworden, aber nicht aggressiver und nun wurde seine Stimme wieder sehr leise und war erfüllt von tiefster Reue: „Und es gibt keinen einzigen Tag in meinem Leben an dem ich es nicht bereue. Keinen Nacht in der ich irgendeine meiner Taten nicht bereue. Das einzige was mir hilft nicht den Verstand zu verlieren ist nun einmal leider Gottes meine dämonische Seele. Die Hälfte die ihr so gern als Todesengel bezeichnet!“ Er wollte kein Mitleid, nein. Aber er wollte verstanden werden. Er wollte sich Rechtfertigen? Er weinte nicht. Keine Tränen mehr für sich selbst. „Aber in einem liegst du Falsch, Lien. Niemals würde ich noch einmal denselben Fehler tun. Du bist nicht Kallen und Aylin ist es auch nicht, aber ich werde nicht noch einmal den gleichen Fehler begehen, auch wenn ich geschehenes nicht mehr rückgängig machen kann. Lieber würde ich sterben.
Wenn man nichts mehr zu verlieren hatte, hatte man auch nichts zu fürchten. Nicht wahr? Und Kazel fürchtete nichts, außer die beiden vor ihm stehenden Wesen zu verlieren. Grotesk. Ohne es zu Wissen hatte er wohl soeben genau das getan, was Lien immer wollte. Er hatte endlich erzählt, was ihm auf der Seele rumlag und ihn Nacht für Nacht heimsuchte. Kazel hatte nicht gewusst, dass Lien ab und an seine Träume teilte und doch hatte sie ihn bis heute nie darauf angesprochen, um ihn nicht unnötig zu quälen. Kazel seufzte und sein Herz donnerte gegen seine Brust. Er war sich nicht sicher, wie beide jetzt reagieren würden. Er verstand, dass Lien nicht er war und dass er sie dementsprechend anders behandeln musste. Und er verstand, dass Aylin es nicht ertrug, wenn er tötete, dementsprechend musste er es weniger brutal machen. Was er aber am meisten verstanden hatte, war, dass es unglaublich befreiend war, über sich selbst zu sprechen, andere damit zu konfrontieren und nicht alles für sich zu behalten, dementsprechend würde er es vielleicht öfter tun. Er durfte nur nicht vergessen, dass es ihn angreifbar machte und er wunderte sich über das Wissen, was Lien hatte. Wieso hatte sie das überhaupt gewusst? Er dachte nicht weiter drüber nach und sah die beiden an, die da vor ihm standen. Seine Geliebte und … nun ja, auf jeden Fall nicht einfach nur sein Auftrag.
„Ich frage also ein letztes Mal.“, sagte er ruhig, aber fordernd. „Wenn ihr bei mir bleiben wollt, müsst ihr akzeptieren, wer ich bin. Ich versuche ja auch nicht euch umzukrempeln.“ Er lächelte über die Ironie, denn genau das war sein Auftrag, zumindest bei Lien. Sein Lächeln war jedoch sehr echt und keineswegs grimmig. „Ich verspreche dir, dass ich dir nichts beibringen werde, was du auf keinen Fall können willst. Im Gegenzug dafür, hörst du auf ständig auf meiner Vergangenheit herumzureiten. Und dir Aylin versprach und verspreche ich es noch, dass mein Herz dir allein gehört. Du kannst entscheiden, was damit passieren soll. Im Gegenzug habe ich nur eine einzige Bitte:“ Er deutete auf ihren Arm. „Verletze dich nie wieder absichtlich selbst.“
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Lien

avatar

Anzahl der Beiträge : 213
Anmeldedatum : 31.01.10

Charakter der Figur
Gesinnung: Licht
Name: Lien
Rasse: Elfe

BeitragThema: Re: Sinari-Town   Do Sep 09, 2010 6:14 pm

Lien drückte Aylin zurück, ließ sie dann auf Kazel zu gehen, folgte ihr in angemessenen Abstand.
Kazel tat ihr leid, wie er da hockte.
Sie biss sich auf die Lippen, als sie sah, was Aylin tat.
Beide hatten Recht und beide hatten Schuld an der Situation.
Sie selbst trug ebenfalls ihren Teil Schuld daran.
"Aylin ... das wird es nicht besser machen,"
rief sie erschrocken auf, als sie sah, wie sie sich in den Arm schnitt.
Das was das Mädchen zuvor gesagt hatte, klang durchaus verständlich für jemanden, der gerade eben mit einer solchen Situation konfrontiert wurde, doch das sie sich nun auf Grund dessen verletzte, verstand sie so gar nicht. Kael saß wie gewohnt neben ihr.
Kazel war der Schock an zu sehen, während Lien im Moment gar nicht wusste, was sie machen sollte.
Nachdem Kazel sich gefasst hatte und seinen Text ab gelassen hatte, war ihr Klar, dass er ihre Gedanken empfangen hatte, aber wie war das geschehen?
Gewissensbisse plagten sie im Moment schon und so biss sie sich auf den Lippen herum.
Er hatte nicht ganz Recht mit dem was er sagte.
Woher sollte er das wissen, was sie gesehen hatte.
Denn noch nickte sie auf seine Worte hin.
Sie würde versuchen ihn nicht andauernd daran zu erinnern, was geschehen war, wenn gleich es ihr gewiss noch das eine oder andere Mal über die Lippen kommen würde.
Wie Aylin nun darauf reagieren würde, wusste sie nicht so recht, doch für sie selbst, klang es durchaus in Ordnung.
Es würde ohnehin noch Schwierigkeiten mit Kazel geben, wenn Lien sich erneut weigern würde ein Wesen einfach so, nur weil sie es kann, zu töten.
Aylin ... nun sie würde lernen müssen, das die Welt hart und grausam war und nicht so wundervoll wie es bis heute gewesen war.
Daran würde sich auch nichts ändern, wenn sie sich noch so viele Schnitte zu fügen würde. #
"Aylin ... darf ich versuchen es zu heilen?"
fragte sie schließlich, denn sie selbst sah keinen Sinn in dem, was Aylin da tat.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Aylin

avatar

Anzahl der Beiträge : 130
Anmeldedatum : 21.06.10

Charakter der Figur
Gesinnung: Schatten
Name: Aylin Brunell
Rasse: Mensch

BeitragThema: Re: Sinari-Town   Fr Sep 10, 2010 1:04 am

Aylin


Das pochen in ihrem Arm war deutlich zu spüren gewesen, das Blut ließ nicht auf sich warten und ließ wie gewollt seinen roten Glanz auf das sanfte weiß ihrer Haut nieder. Brennend traten Tränen aus ihren Augen hervor, doch ihr Wille war Stärker, ihr Blick war starr an Kazel geheftet, der Zweite Schnitt sollte folgen. Schnell glitt die Klinge hinüber zur nächsten Stelle, besudelt von dem Blut Aylins. Ihr Muskel spannte sich, wollte das Messer zu sich ziehen, und den zweiten von sieben Schnitt durchführen. Ihrem Gesicht war der Schmerz anzusehen, doch das war ihr gänzlich gleich. Ein Ruck und der zweite Schnitt geschah... sollte er zumindest. Verwundert schaute sie zur Seite, spürte wie ihre Wange ganz heiß wurde und für einen kurzen Moment den Schmerz ihres Armes übertünchte. Sie verstand gar nicht, was geschehen war. Unbewusst berührte ihre verletzte Hand ihre Wange, in dem das Messer gar nicht mehr vorhanden war. Kazel stand vor ihr, hielt es statt ihrer. Blut Tropfte zu Boden. Doch es war nicht nur ihres, was sich dem traurigen Klang des sich vermindernden Lebenssaft hingab. Ein kleiner Rinnsal von roter Deutlichkeit wand sich an Kazels Hand hinunter und verendete ebenso wie das Blut Aylins im Boden. Mit einem Mal wurde ihr klar, wovon Kazel sie abhielt. Er ließ es nicht zu, was sie wollte, sich selbst verletzen weil... Ihr wurde übel, und auch ihr Kreislauf sackte für einen kurzen Moment weg. Schweiß trat an ihrer Stirn hervor und ihr wurde ganz heiß. Sie verstand nicht. Dann aufmal weiteten sich ihre Augen. Plötzlich gab alles, was für den einen Moment noch so klar und eindeutig war, keinen Sinn mehr. Sie spürte wie seine Hand ihren verletzten Arm ergriff, ihn ein wenig fester umklammerte und scheinbar die Blutung ein wenig eindämmte. Ungläubig schaute sie ihn an, wie er sprach, und wie er das stand. Sie wagte sich nicht zu bewegen, doch es war nicht Angst was sie dazu bewogen hatte. Ganz ruhig und ohne einen Muks sah sie zu wie er ihre Wunde verbannte, dabei keinesfalls auf seine eigenen Schmerzen einging, seine Körperlichen.
Alles was Kazel sprach und tat war für sie von unendlicher Wichtigkeit. Es war etwas, was von Kazel war, sie durfte etwas von ihm erfahren und sah es als Pflicht an jedes einzelne Wort in sich aufzusaugen, ganz gleich wie schlimmes war war. Nichts gab ihr den Grund nicht seiner Stimme zu lauschen. Wie leer geblasen war ihr Denkvermögen, einzig möglich das zu erfassen, was er gerade hervorbrachte. Unbewusst zuckte sie zusammen. Eine unbekannte Größe schnürte ihr die Brust zu. Kazel... tot? Schon der Gedanke wäre zu viel, doch sollte es dazu kommen, wäre es auch ihr Ende. Das war keine einfache Schlussfolge, das waren unwiderrufliche Fakten, die dar standen, wie ein Stein in der Brandung. Darüber musste nicht nachgedacht werden. Doch schmerzte es zu erfahren das sie den Eindruck vermittelte, er würde gerne töten. Es sah wirklich so aus, so wie er da stand und es problemlos geschehen lies.Doch tief in ihrem inneren hatte eine kleine flamme versucht diesen Schleier zu vertreiben, vergebens. Erst jetzt, erst in diesem Moment schien sie an Kraft zu gewinnen und das Dunkel in ein weiches Licht zu hüllen, die frisch erwachten Schatten der Angst zu vertreiben und den vollen Umfang des ganzen erkennen.
Bedrückend war die Stimmung, sie hörte wie er seine eigene Schwester ermordete, ohne auch nur wagen zu wollen das Warum zu hinterfragen, doch war der Gedanke daran schon bis ins Mark erschütternd. Ihr war danach ihn einfach in den Arm zu nehmen, ihm irgendwie wäre zu schenken, doch fühlte sich sich nicht in der Lage ihm dies genau jetzt zu geben. Seine Worte hallten ihr noch in Gedanken nach, sowie ihr Herz wild pochte bei seiner Berührung ihrer Wange. Am Ende war dies alles ein unfaires Spiel des Schicksals. Sie beugte sich nach unten, griff nach dem Rest der Binde und nahm behutsam seine Hand in die ihre. Wortlos begann sie seine Hand zu verbinden. Ohne sie anzuschauen, antwortete sie Lien, „Nein, so lieb es von dir gemeint sein mag, aber ich will nicht, das mein Fehler auf solch leichte Weise von mir genommen wird. Das habe ich nicht verdient. Es ist mir ein Wahnmal.“ Traurig lag ihr der Ausdruck im Gesicht, schaute sie aber niemanden an. Sie wollte nicht so gesehen werden, auch wenn es lächerlich ist, so etwas zu übersehen wenn man sich gerade so nah war. Noch nicht mal auf Kazels Aussage, sich nicht nochmals zu verletzen hatte sie eine Antwort gegeben. An sich gab sie ihm gar keine Auskunft über das was sie dachte, was er gerade erzählte. Es gab so manches, was er erlebt haben musste. Unmissverständlich gab er ihr zu verstehen, das sie es war, die er brauchte. Doch aufmal fühlte sich Aylin ganz klein und unbrauchbar. War sie bereit ihm zu helfen. Natürlich war er ihr wichtig. Doch das was sich hier ergab war einfach unfassbar schwer. Vor allem weil auch sie jetzt nicht mehr unbefleckt war von Schuld. Sie hatte ihrer Familie den Weg ins Grab geebnet. Ganz einfach ohne zuvor daran gedacht zu haben. Verharrend an der Stelle wollte sie zumindest horchen, was ihr Herz ihr riet, denn wenn sie ihren Gedanken folgte, würde sie wohl erst dann zu einem Entschluss kommen, wenn es zu spät war. Irgendwann kam ihr eine Antwort. „Sehr leise fast flüsternd ließ sie ihn erfahren was sie zu sagen hatte. „Kazel, was ich für dich empfinde ist echt.“ Doch die Art wie sie die Worte aussprach machte deutlich, das das nicht alles war, was sie ihm zu sagen hatte. Sie spürte, wie sie ihre eigene Hand gegen ihr Herz drückte um das Herzrasen zu unterbinden. „Du hast deine Schwester getötet mit deinen eigenen Händen, ich habe meiner Familie das Verderben gebracht aus purer Eigennützigkeit. Vielleicht verdienen wir genau deshalb einander...“ Sie würde ihm niemals die Schuld an dem geben. Schwer lag ihr der Kloß im Hals, drückte schmerzend und ließ sie nicht mehr los. „Aber ich möchte, das du weißt, das ich stolz auf dich bin. Ich weiß nicht wie schwer es für dich war das alles zu erzählen, aber ich werde dich für nichts verurteilen was gewesen war. Egal was es war.“ dann sprach sie nur noch ganz leise, flüsterte die Worte vorsichtig, konnte aber selbst so ihre stimme nicht halten und musste sich mehr und mehr dem Bruch hingeben. „Ich liebe dich Kazel, ehrlich und wahrhaftig mit ganzem Herzen. Du bist das einzige was ich noch habe. Doch ich weiß nicht, wie ich mich dir gegenüber verhalten soll. Ich kann nicht mehr zurück. Also bleib bei mir nicht viel anderes, als bei dir zu bleiben. Doch wenn ich bei dir bleibe, werden noch mehr Tote folgen. Und das soll nicht sein. Trotzdem möchte ich nicht selber sterben. Ist das egoistisch?“ Tränen verbanden sich mit ihren Worten und ließen nun endgültig ihre Haltung brechen.
Sie sagte in sich zusammen, rutschte auf ihre Knie und saß dort einem Haufen Elend gleich. Sie schämte sich, das sie jetzt weinte, war es doch Kazel, dem es so schlecht ging und jetzt weinte sie und erzählte von sich und ihren Problemen. War das Fair? Nein, war es nicht und dennoch tat sie es. Sie wischte sich die Tränen weg und schaute ihn aus roten Augen an. „Es tut mir Leid. Jetzt weine ich und dabei bist du es dem es schlecht geht. Aber ich weiß nicht wie ich dir Helfen soll. Gerne würde ich dich in die Arme nehmen, dich ganz doll an mich drücken, und dir sagen, alles wird gut. Aber das wird es nicht. Es geht da weiter, wo es aufhört. Du sagst du wirst die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen und doch bist du dabei es wieder zu tun. Du wirst einen von uns beiden verlieren, nicht weil wir gehen wollen, sondern weil wir müssen.“ Langsam gewann sie ihre Fassung wieder. Doch auch das wusste ich bereits irgendwo. Wenn ich mit dir gehe, werde ich sterben. Ist es das was wir wollen? Ich erwarte von dir keine Antwort nicht jetzt. Aber so ist es nun mal.“ Aylin war sich im Nachhinein nicht mehr sicher, was sie eigentlich alles sagte, war es soviel, was sie da los wurde, doch hoffte sie zumindest verstanden worden zu sein. Egal was jetzt passieren würde, sie würde sich dem Fügen. „Entschuldigt mich jetzt bitte, ich muss meiner Familie ein Grab machen. So stand sie auf und schaute sich nach einem geeigneten Ort um. Ein Baum viel ihr ins Auge, auch wenn er nicht dem Weg zu den Bergen gleich kam. Sie wollte nicht zurückschauen, ach wenn sie nicht alleine sein wollte. Es war ihre Pflicht ihrer geliebten Familie etwas endgültiges zu schenken.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Kazel

avatar

Anzahl der Beiträge : 279
Anmeldedatum : 01.02.10

Charakter der Figur
Gesinnung: Schatten
Name: Kazel
Rasse: Halbdämon

BeitragThema: Re: Sinari-Town   Fr Sep 10, 2010 10:29 pm

Kazel betrachtete seine beiden Begleiterinnen und versuchte nicht wieder irgendwas dummes zu tun. Lien hatte genickt, aber nichts gesprochen. Wieder fragte er sich, wie sie es schaffen konnte in seine Gedanken einzudringen und wie sie es geschafft hatte, etwas über seine Vergangenheit in Erfahrung zu bringen. Vielleicht konnte sie nicht nur Gedanken senden, sondern sie auch hören. Das war eine furchtbare Gabe, die sie möglicherweise hatte und er würde sie irgendwann darauf ansprechen. Nicht jetzt, aber in absehbarer Zeit würde er sie zur Rechenschaft ziehen und sie aushorchen.
Einen Augenblick darauf, bot sie Aylin an ihren Arm zu heilen, auch das kam ihm suspekt vor. Nun ja, sie war eine Elfe, die gemeinhin Heil- und Stärkungszauber beherrschten. Aber bei Lien hatte er so etwas noch nicht gesehen. Und gleich erinnerte er sich an den Kampf mit den Dämonen. Doch sie konnte sogar große Magie wirken, sie beherrschte die Elemente. Nun ja, mehr oder weniger. Doch Kazel wusste, dass sie eine ganz andere Art von Magie wirkte als er und aus diesem Grund konnte er ihr auch nichts darüber beibringen. Wenn sie sich selbst schulen würde, konnte sie vielleicht eine großartige Hilfe im Kampf werden. Vor allem, was die Elfenkunst anbelangte…
Dann wurde er wieder aus den Gedanken gerissen, denn Aylin sprach. Sie wies das Angebot Liens zurück und begründete es auch gleich. Auch wenn Kazel ganz und gar nicht damit einverstanden war, sagte er nichts dazu und ließ ihr ihren Willen. Sie jetzt zu etwas zu zwingen war taktisch wohl kaum sinnvoll.
Er konnte sehr wohl die Trauer und den Schmerz in ihrem Gesicht und ihrer ganzen Haltung sehen, aber auch er traute sich nicht sie in seine Arme zu schließen. Und nachdem sie eine Weile vor sich hingeschaut und überlegt hatte, fing sie an zu sprechen. Es war wie ein säuseln im Wind und Kazel hörte jedes Wort, als wäre es eine bedeutende Prophezeiung. Sie sagte das ihre Gefühle echt waren, aber Kazel war sich nicht mehr ganz sicher, ob diese Gefühle auch tatsächlich den Namen „Liebe“ trugen. Als sie weiter sprach verzichtete er darauf, ihr zu sagen, dass ihre Familie vielleicht noch am Leben war, denn er wusste genau, dass es nicht so war. Die Leute die er umgebracht hatte, würden ihrer Familie kein Haar krümmen, da die Dummköpfe wahrscheinlich nicht mal wussten, dass Aylin aus Sinari-Town stammte. Aber die Organisation würde ihren Vater und ihre Mutter töten, weil Johan seiner Frau sein Geheimnis verraten hatte und auch Kazels Identität preisgegeben hatte. Kazel hätte sie vielleicht retten können, aber ihm lag nichts an diesen Personen. Erst jetzt als er Aylin sah, wie sie da vor ihm stand und unglaubliche Qualen erlitt empfand er etwas, was er eigentlich niemals empfinden durfte: Mitleid. Keine Reue, aber Mitleid. Einen Moment lang überlegte er. Die Organisation hatte überall Spitzel und Späher, aber wie schnell würden sie von Johan und seiner frau erfahren? Wie lange würde es dauern, bis sie merkten, dass Aylin bei ihm war? Spätestens an der nächsten Station nicht? Sollte er Aylin den Trost spenden, denn sie brauchte in Form einer Lüge?
Nein… unmöglich. Er wollte sie nicht anlügen und aus diesem Grund ließ er sie einfach in dem Glauben, in dem sie gerade war. Auch wenn es hart war, aber würde er ihr sagen, wer ihr Vater wirklich war. Wie viele Morde er schon verursacht hatte… Es würde ihr gänzliche alle Schönheit dieser Welt zerstören. Er schwieg weiterhin. Schwieg und hörte. Verstand nicht, was Aylin meinte und versuchte darüber nachzudenken. Sie war stolz auf ihn? Wie konnte sie so etwas denken? Sie durfte nichts von dem, was er getan hatte gut finden, wie er fand, dafür war sie viel zu rein… Außerdem hatte sie ihre Familie nicht in den Tod geschickt, sondern er. Sie traf in dieser Hinsicht keine Schuld. Aber auch das behielt er erst mal für sich. Weiter sah er sie an und lauscht e ihr. Sie hatte ihm immer noch keine Antwort auf seine Forderung gegeben.
Sie sagte ihm noch einmal, dass sie ihn liebe und sein Herz flatterte wie ein kleines Vögelchen und von diesem Augenblick war ihm klar, dass sie für immer beieinander bleiben würden. Niemand konnte sie trennen. Verbunden durch Schmerz, Blut und Glückseligkeit… Eine eigenartige Mischung.
Als sie ihm schließlich schluchzend erklärte, dass es eigentlich an ihm war zu weinen konnte er nicht mehr anders. Er wollte gerade zu ihr und sie hoch ziehen. Zu sich an seine Brust, doch dann erstarrte er. Was sagte sie da? Eine von ihnen würde gehen müssen? Wie meinte sie das. Er hatte doch gerade geschworen, dass er sie beide beschützen würde. Und überhaupt. Warum sprach sie immerzu von ihrem eigenen tot und das sie nicht sterben wolle? Mehr und mehr schockierte ihn diese Haltung. Sie war aufgestanden um ein Grab zu bauen. Ein Grab für jemanden der noch nicht tot war, es aber bald sein würde… Kazel empfand schon wieder Mitgefühl und ging ihr nach. Er holte tief Luft, umarmte sie von hinten und legte seine Wange auf ihren Scheitel.
„Niemand wird sterben.“, sagte er schließlich energisch. Er überließ es ihr herauszufinden, welche Personen außer den Anwesenden hier er damit einbezog. „Hör auf so zu denken Aylin.“
Er drehte sie zu sich hin und sah ihr in ihre wunderschönen Augen die nun sehr verschwommen wirkten.
„Ich werde nicht zulassen, dass man uns auseinander reißt. Nicht Jetzt und auch nicht in der Zukunft. Und damit meine ich euch beide. Ihr werdet leben.“ Er ließ sie los. „Und nun“, er streckte ihr ihr Messer hin, mit dem sie sich auf schändliche Art und Weise verletzt hatte, „Werde ich dir helfen. Aber versprich mir, dich nicht selbst zu verletzen. Nochmal würde ich es nicht ertragen…“
Er vertraute Aylin. Ja, er vertraute ihr wirklich. Und das – wie allgemein bekannt war – war ein seltenes Privileg.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Lien

avatar

Anzahl der Beiträge : 213
Anmeldedatum : 31.01.10

Charakter der Figur
Gesinnung: Licht
Name: Lien
Rasse: Elfe

BeitragThema: Re: Sinari-Town   Sa Sep 11, 2010 11:38 pm

Gut ... Aylin wollte nicht behandelt werden, also ließ sie es bleiben.
Sie lauschte lediglich den Worten, die gewechselt worden.
Es tat ihr wirklich leid, dass Aylin alles verloren hatte oder noch würde, doch sie hatte sich für einen Weg entschieden und nun musste sie auch mit dem Leben, was dieser mit sich bringen könnte.
Während nun Lien so allein dort blieb, um den Beiden ihre Ruhe zu lassen, setzte sie sich auf den Boden und dachte darüber nach, was sie vielleicht so alles machen könnte, würde sie ihre magischen Fähigkeiten testen würde.
Offensichtlich konnte sie so einiges, nur was, wusste sie ja eben nicht.
Sie konzentrierte sich auf ein wenig Erde, die zu einem kleinen, nicht größer als eine Faust, Hügel zusammen gekehrt war.
Eine kleine Handbewegung machte sie, als würde sie ein wenig Erde auf ihre Hand kehren, und hob sie an.
Der Erdhaufen begann sich zitternd zu bewegen.
Als sie die Hand sinken ließ, bewegte sich auch die Erde nicht mehr.
Noch einmal versuchte sie es, dieses Mal sogar mit Erfolg.
Erstaunt ließ sie die Erde wieder fallen und sah sich zu den Beiden um.
Sie schienen viel zu beschäftigt zu sein, um nach ihr zu sehen.
Gut. So konnte sie weiter üben und schauen, wie kraftraubend es wäre, diesen Zauber zu wiederholen.
Scheinbar machte es ihr kaum etwas aus, diesen Zauber zu tätigen und von Mal zu Mal wurde sie sicherer.
Immer weniger Erde fiel herunter und schließlich schwebte vor ihr eine kleine Erdkugel, die sie erfolgreich weg schleuderte.

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Aylin

avatar

Anzahl der Beiträge : 130
Anmeldedatum : 21.06.10

Charakter der Figur
Gesinnung: Schatten
Name: Aylin Brunell
Rasse: Mensch

BeitragThema: Re: Sinari-Town   So Sep 12, 2010 6:40 am

Aylin


Aylin lauschte dem was er sagte, doch einen klaren Gedanken konnte sie nicht fassen. Alles in ihrem Kopf war wie leer geblasen und ließ nur noch Platz für das Hier und Jetzt. Ihre Augen waren gerötet und brannten sogar ein wenig. Auch wenn sie nicht viel geweint hatte, fühlten sie sich viele Male mehr gereizt als, sie es sonst schon einmal erlebt hatte. Ihr Mund war zu einem schmalen Strich geformt und ließ sich auch nicht erregen eine andere Form einzugehen.
Gewissenhaft schaute sie sich um, auf der Suche nach einer Passenden Stelle sowie die passenden Dinge die sie dafür verwenden wollen würde. Endlich meinte sie den Richtigen platz gefunden zu haben. Dann hörte sie wie er hinter ihr einmal einatmete. Sie wollte sich nicht umdrehen, tat so, als würde sie ihn gar nicht bemerken. Angestrengt schaute sie zu Boden, als wäre es besonders schwer zu finden was sie suchte, doch da wurde sie schon ergriffen. Sie spürte wie er ihr ein wenig wärme spendete, sie in seine Nähe zog und sie fest hielt. Seine Arme schlangen sich um sie und sein Kopf schmiegte sich an dem ihren. Ihr Herz klopft schlagartig um einige Male schneller ließ nicht zu, das sie ignorieren könnte was sich ereignete. Schlussendlich ließ sie seine Umarmung zu. Ein schmales lächeln bildete sich auf ihren Lippen ab. Sie mochte seinen Geruch, er hatte was ganz besonderes ohne es wirklich ergründen zu können was genau es sei. Eins war jedoch sicher, es war etwas, was sie nur für sich alleine haben wolle und nur sehr ungern Teilen würde. Langsam lege sie ihre Hände auf die seinen und genoss es in seinen Armen gewogen zu werden. Sie war froh nicht alleine zu sein, genoss einfach den Moment der ihr besser tat als angenommen. Dann sagte er nochmal etwas, was er schon mal zuvor gesagt hatte. Ja, vielleicht bin ich wirklich sicher bei ihm, vielleicht können wir uns Schenken was wir beide so dringend brauchen. Sanft wurde sie von ihm umgedreht. Tränen standen ihr in den Augen, gerührt von dem Moment. Ihre Augen schauten genau hin bei dem was er sagte, ließen seine Lippen diesmal nicht aus den Augen. Aufmerksam wie ein neugieriges Kind ließ sie sich alles noch einmal von ihm sagen. Dann streckte er ihr das Messer ihres Vaters entgegen. Vorsichtig nahm sie es entgegen, hielt es leicht zitternd in beiden Händen fest. Erst jetzt spürte sie ihren Arm wieder, als hätte sie den Schmerz für den Moment ihrer Zweisamkeit vergessen. In einer Mischung aus einem getadeltem Kind und eines zu tiefst verliebtem Mädchen formte sie ihre Antwort mit bedacht, doch ehe sie eine Antwort hervorbringen konnte begann kleine Tränen vorsichtig hervorzulugen. Statt ihm Worte zu spenden ließ sie sich einfach in seine Arme fallen, drückte sich ganz nah an ihn und verharrte dort. Ihr Gesicht vergrub sie an seiner Brust und ließ es dort auch ruhen. Irgendwann brachte sie dann ganz vorsichtig ihre Worte hervor, unterbrach die heimliche Stille und wagte zu sprechen. „Ich wüsste niemandem dem ich naher sein könnte ohne Angst zu haben. Bitte sorge immer dafür das es uns gut geht. Dir, Lien und mir. Dann löste sie langsam ihr Gesicht von ihm und schaute ihn an. „Ich hoffe es verwundert dich nicht, doch damit es mir gut geht, brauche ich etwas, was nur du mir geben kannst.“ Einen kurzen Moment ließ sie verstreichen, ehe sie ihm verstehen ließ, was genau sie meinte. Sanft drückte sie ihre Hand auf seine Brust, ihr Blick schon längst von dem seinen gefesselt. Eine sanfte röte legte sich auf ihre Wange ab und ließ die traurige Blässe verschwinden. „Das bist Du mein Lieber Du alleine und nichts anderes.“
Sie holte noch einmal tief Luft, dann löste sie sich sanft von ihm. Magst du mir helfen beim Errichten eines...“ Sie stockte kurz, „.. eines Grabs?“ Kazel verwehrte ihr die Bitte nicht, und so half er ihr drei Steingräber zu errichten. So erbaut, das Aylin nun damit einverstanden war, kniete sie sich davon und ließ ihre Gedanken in die Ferne gleiten. Alles drehte sich um ihre Familie. Ausschließlich positive Gedanken faste sie und versuchte sie ihnen zuzusenden. Denn was immer jetzt mit ihnen geschehen würde. Nur schönes sollten sie von ihr auf dem weg bekommen. Dann richtete sie sich auf. „Kazel ich hoffe du bist mir nicht Böse, doch ich möchte gerne irgendwann einmal das Grab deiner Schwester besuchen und mit ihr reden. Ich muss ihr gestehen das ich jetzt in deiner Nähe bin und mich gut dich kümmern werde. Wenn es dich nicht stört, würde ich dich deshalb bitten mich dorthin zu geleiten. Es wäre mir sehr wichtig.“ Sie wirkte sehr bedacht in ihren Worten und auch wenn sie auf etwas einging, das ihn noch immer schmerzte wollte sie ihm zeigen, das sie ihn akzeptierte und dazu gehörte auch seine Familie, wenn auch sie schon nicht mehr unter ihnen weilte. Wieder in seiner Arme wartete sie ab, was er sagen würde und versuchte die auch nur so feinste Reaktion aufzufangen.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Kazel

avatar

Anzahl der Beiträge : 279
Anmeldedatum : 01.02.10

Charakter der Figur
Gesinnung: Schatten
Name: Kazel
Rasse: Halbdämon

BeitragThema: Re: Sinari-Town   So Sep 12, 2010 11:34 am

Es war ein wunderbares Gefühl, wie Aylin sich in Kazels Arme schmiegte und er ihre Nähe spürte. Er streichelte ihr über den Hinterkopf und half ihr schwere Steine aufzubauen um die Gräber zu errichten. Ihm selbst war das sehr egal, aber er wusste, dass es Aylin um so mehr bedeutete. Was Lien während dieser Aktion trieb bemerkte er gar nicht. Er glaubte sie würde sich sicherlich ausgeschlossen fühlen und wunderte sich, warum sie sich so hartnäckig um den Boden kümmerte, anstatt zu helfen. Aber er würde sie deswegen nicht bestrafen. War es ohnehin besser für ihn und Aylin, wenn sie die Gräber gemeinsam zu zweit bauten.
Als sie fertig waren, kniete sich Aylin hinab und schien zu beten. Auch etwas, was außerhalb Kazels Interesses lag, jedoch klaglos hingenommen wurde. Wenn es Aylin glücklich machte war ihm das nur Recht. Er wagte einen Blick zu Lien, die sich zu konzentrieren schien. Er beobachtete sie, wie sie die Erde mit Hilfe einer Art Telekinese anhob und fallen ließ, anhob und wegschleuderte. Er lächelte über ihre Bemühungen zu lernen,, was für eine Macht in ihr stecken mochte. Sie erinnerte ihn an sich selbst, bevor er der Organisation „beigetreten“ war. Er freute sich, als Aylin sich wieder an ihn kuschelte, als sie fertig war und bereitwillig ließ er das zu. Er streichelte ihr über den Kopf und genoss dieses innige beisammen stehen. Sie brauchte Trost. Er spendete diesen. Und sein Herz beschleunigte seinen harten fordernden Rhythmus, als sie zu ihm aufsah und sagte, dass sie sich unendlich sicher bei ihm Fühlte. Sie wiederholte seine Aussage in Form einer Bitte und gab ihm schließlich zu verstehen, dass er für sie ihr ein und alles war. So wie sie für ihn. Er lächelte sie mit dem schönsten Lächeln, das er besaß, an. Und dann zuckte wieder ein kaum merklicher und doch geradezu schreiender Ausdruck von Schmerz über sein Gesicht. Aylin wollte das Grab seiner Schwester sehen und ebenso beten, wie sie es hier getan hatte. Das Problem war nur, dass Kazel genau wusste, dass seine Halbschwester kein Grab hatte. Nein, er hatte es nicht fertig gebracht. Zwar hatte er sie getötet, aber sie zu begraben, hätte ihn umgebracht. Eine sehr egoistische Einstellung. Aber so war es nun mal. Vorsichtig löste er sich von ihr und seufzte.
„Ja… ja irgendwann.“, gab er als Antwort zurück und überlegte sich, ob er es gleich sagen sollte. Er würde sie schließlich nicht anlügen wollen. Aber er kam zu dem Schluss, dass er das auch noch später tun konnte. Und gerade, als er endlich losgehen wollte wurde er von einem Gefühl übermannt, dass er nicht beschreiben konnte. In Wirklichkeit waren es Schuldgefühle und das Gefühl etwas vergessen oder verloren zu haben. Er drehte sich wieder zu Aylin um und sagte: „Also… nein. Ich kann dich nicht hinbringen.“ Sie konnte sich nicht vorstellen, wie es ihn schmerzte das zu sagen. „Sie… Sie hat kein Grab.“
Schnell wandte er sich wieder ab und ging auf Lien zu. Er hatte nicht den Nerv jetzt darüber zu sprechen und er wollte sich vor Aylin auch nicht die Blöße geben, wie es ihn mitnahm, dass er es bis heute nicht geschafft hatte, dies nachzuholen.
„Kommt jetzt. Ich will vor Einbruch der Nacht ein geeignetes Lager errichten!“, sagte er mit harter, aber emotionsloser Stimme. Offenbar mussten sich die zwei Damen zusammenraufen und sich an Kazels plötzliche Stimmungsschwankungen gewöhnen.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Lien

avatar

Anzahl der Beiträge : 213
Anmeldedatum : 31.01.10

Charakter der Figur
Gesinnung: Licht
Name: Lien
Rasse: Elfe

BeitragThema: Re: Sinari-Town   So Sep 12, 2010 3:29 pm

Kazels Schritte wurden scheinbar schon durch die Erde angekündigt.
Ohne weiter Zeit mit der Erde zu verbringen, stand sie auf, wartete aber auf Aylin, die sicher im Moment durcheinander, war, denn Kazels Stimmungsschwankungen waren durchaus ... schlimmer zu ertragen, als die einer schwangeren.
Kazel hatte zudem einen schnellen Schritt, also würden die beiden ihm wohl oder übel folgen müssen und das recht schnell, denn schließlich würde er sonst nur wieder rum bocken, das es alles zu langsam ging.
Viel zu sagen hatte sie eh nicht. Gerade eben hatte sie festgestellt, dass sie die Erde beherrschen konnte, wobei sie dabei noch gerade am Anfang stand.
Sicher würde sie nun des öfteren üben, wenn die Zeit es zu ließe, und ihre Kräfte steigern.
"Komm Aylin. Er wartet nicht gern, "
meinte sie und ging ihr ein paar Schritte entgegen, um ihre Hand zu greifen und sie mit zu nehmen.
So liefen sie zusammen weiter.
Was die beiden da gequatscht hatten, wusste sie nicht.
"Es wird alles gut werden. Versprochen."
Sie wollte Aylin nicht traurig sehen und ... vielleicht würde bald alles wirklich wieder gut werden.
Sie selbst würde zumindest versuchen, Aylin eine Freundin zu sein, auf die sie sich verlassen könnte.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Aylin

avatar

Anzahl der Beiträge : 130
Anmeldedatum : 21.06.10

Charakter der Figur
Gesinnung: Schatten
Name: Aylin Brunell
Rasse: Mensch

BeitragThema: Re: Sinari-Town   So Sep 12, 2010 7:03 pm

Aylin


Sie spürte ganz deutlich, dass sie etwas falsches gesagt hatte. Verärgert über sich selber schaute sie noch einmal kurz zum Grab, dann wand sie sich hinter Kazel her. Lien hatte sie in Empfang genommen und ihr tröstenden Worte gespendet, doch das junge Mädchen schüttelte nur den Kopf. "Du brauchst dich nicht für Kazel zu entschuldigen. So ist er nun einmal." Es wunderte sie dennoch, dass sie von der Elfe bei der Hand genommen wurde. Sie lächelte sie freundlich an und ließ sie gewähren. Sie fand es schon ein wenig seltsam so mit ihr herumzulaufen. Tat sie es wegen ihr, oder brauchte sie selber ein wenig halt? Sie wagte nicht nachzufragen, was ihre Beweggründe sein könnten, hatte sie am heutigen Tag schon zu viele Fragen gestellt, die wenig schönes in Aussicht stellten. So liefen sie schnellen Schrittes hinter Kazel her. Lieber wäre sie neben ihm hergelaufen, doch das was sie gerade gefragt hatte, war wirklich taktlos. Gerade hatte er ihr davon erzählt und schon fragte sie ihn darüber diverse Sachen. Ihre Überlegung hätte durchaus noch warten können. Jetzt war es jedoch raus.
Sauer über sich selbst ging sie weiter. Sie nutze die Zeit des Wanderns um sich ihre eigene Meinung zu dem Ganzen zu bilden ohne sich von den anderen beeinflussen zu lassen durch ihre Emotionen oder ihre Worten.
Willkommen in deinem neuen Leben, drückte es sich ihr auf. Möge die Zeit mir zeigen, was die Welt mir noch offen hält.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Kazel

avatar

Anzahl der Beiträge : 279
Anmeldedatum : 01.02.10

Charakter der Figur
Gesinnung: Schatten
Name: Kazel
Rasse: Halbdämon

BeitragThema: Re: Sinari-Town   Mo Sep 13, 2010 4:01 pm

Kazel hörte die leisen Worte Liens und auch die Aylins. Er war relativ zufrieden. Solange die beiden zusammen hielten, wäre es um ein vielfaches leichter sie zu beschützen und den Auftrag zum Abschluss zu bringen, um danach zu verhandeln. Er hatte sich für Aylin entschieden und nur die Zukunft würde zeigen, was das für Konsequenzen mit der Organisation hätte. Der Tag war voller neuer Erfahrungen gewesen. Stürme der Gefühle und unbändige Leidenschaften wurden erweckt und wieder schlafen gelegt. Es war für niemanden einfach gewesen und das würde es jetzt auch nicht mehr sein. Denn wieder zermarterte er sich den Kopf, wie er am besten über den Kamm kam. Vielleicht sollte er am Gebirgsland entlang in Richtung Küste. Aber auch da gab es Stämme von wilden Bestien, denen er lieber nicht über den Weg lief. Er schwieg die ganze Zeit über. Verarbeitetet Geschehenes und tat es dann so ab wie immer. Er suchte einen freien Platz in sich, wohin er unangenehme Dinge einfach hin verbannte und weg schloss.
Die Reise dauerte und dauerte. Es dämmerte bereits, als sie auf ein kleines Wäldchen zukamen. Im Dunkeln wirkten die Bäume schwarz und bedrohlich, aber Kazel hielt unentwegt auf den Waldrand zu. Seine Schritte waren schnell und lang, sodass die beiden Mädchen noch schneller gehen mussten, um ihm überhaupt nachzukommen. Er war es eben nicht gewohnt zu mehrt zu reisen. Vielleicht würde er sich anpassen, wenn einer der beiden sich beschweren würde. Wobei eine Beschwerde von Aylin wohl sehr viel mehr Gewicht haben würde.
„Wir sind da.“, sagte er schließlich unvermittelt. Da wo er jedoch stand, war nichts. Es schien genauso auszusehen, wie der Rest der Steppe. Man konnte wirklich nicht einen Unterschied ausmachen. Sie waren noch einen halben Kilometer vom Wald entfernt und nun konnte man auch sehen, dass dieser Wald aus abgestorbenen Bäumen bestand. Kein Blätterrauschen. Nichts. Er war im wahrsten Sinne des Wortes tot. Der Wald der Seelen, war ziemlich bekannt. Auch in Sinari-Town, aber kaum einer wagte sich dort hin oder konnte genaues darüber erzählen. Und wenn man genau hinschaute, wurde auch deutlich warum, denn der Wald schien auf groteske Art und Weise doch zu leben. Lichter flackerten dort und ein phosphoreszierendes Licht schraubte sich schwach gen Himmel. Es sah schrecklich und zugleich wunderschön aus.
Kazel stellte seinen Rucksack ab und breitete eine Decke auf dem Boden aus. Dann noch eine und letztlich holte er einen vergleichsweise winzigen Beutel voll Nahrung heraus. Eine Wasserflasche wurde hingestellt und anschließend setzte er sich hin. Nach einigen Augenblicken, sah er zu den beiden Mädchen hoch und sagte: „Macht es euch bequem, die Nacht wird kurz.“
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Lien

avatar

Anzahl der Beiträge : 213
Anmeldedatum : 31.01.10

Charakter der Figur
Gesinnung: Licht
Name: Lien
Rasse: Elfe

BeitragThema: Re: Sinari-Town   Mo Sep 13, 2010 4:51 pm

Ja, Kazel hatte einen Schritt drauf, den sie inzwischen nur all zu gut kannte.
Aylin war es bestimmt nicht gewöhnt ein solches Tempo zu halten und auch Lien taten langsam die Beine weh.
Beschweren wollte sie sich jedoch nicht, denn wenn sie das täte, würde Kazel nur wieder herum nörgeln.
Der Wald war in Sicht und Lien war für den Moment versucht, einfach drauf zu zu rennen, doch dann ... wusste sie plötzlich, dass dieser Wald nicht mehr wirklich lebendig war.
Lien betrachtete die toten Bäume traurig.
Ein Meer voller Tränen könnte sie allein für diese Bäume weinen, doch riss sie sich zusammen.
Die Lichter dort, schienen von den toten Dryaden zu kommen, welche dort einst gelebt haben mussten,
Für Lien sah es so aus, als suchten sie verzweifelt ihren Baum ... als könnten sie nicht verstehen, was mit ihnen geschehen war.
Vielleicht hatte das ganze aber auch eine ganz andere Ursache?
Kael schmiegte sich an ihr Bein.
Die junge Elfe setzte sich, auf de von Kazel bereit gelegte Decke und nahm den Drachen erneut fest in die Arme.
Unvermittelt legte sie sich hin, beobachtete das Schauspiel und schlief dabei, mit dem Drachen in den Armen, ein.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Aylin

avatar

Anzahl der Beiträge : 130
Anmeldedatum : 21.06.10

Charakter der Figur
Gesinnung: Schatten
Name: Aylin Brunell
Rasse: Mensch

BeitragThema: Re: Sinari-Town   Mo Sep 13, 2010 7:20 pm

Aylin


Der weg war lang und anstrengend. Sie hätte nicht gedacht, das es so zügig vorangehen würde, sondern eher ein wenig gemäßigt. Ihre Füße schmerzten doch wagte sie kein Wort zu sagen. Sie wollte nicht schon direkt am ersten Tag negativ auffallen und lieber stillschweigen darüber bewahren. Schlussendlich verwunderte es sie nicht wirklich, das ihr Körper so reagierte, immerhin war sie noch nie solch eine Lange strecke in solch einem hohem Tempo gelaufen. Sie biss einfach nur begin_of_the_skype_highlighting     end_of_the_skype_highlighting die Zähne zusammen und versuchte ihren eisernen Willen beizubehalten. In der zeit hatte sie sich irgendwann von Lien gelöst. Es war schon zu seltsam die ganze Zeit Hand in Hand zulaufen, schon alleine, weil die Hände sehr schwitzig wurden. Außerdem empfand sie es leichter, alleine zu laufen, sonst hätte sie zwischendurch ihr sogar noch die Hände zerdrückt. Eine Zeit lang beschäftigte sie ihr kleiner Gefährte, der schon verdammt nach einem Drachen aus sah, halt nur in kleiner. Sie konnte sich entsinnen, wie Onkel Alf von solch prächtigen Wesen gesprochen hatte: Groß, majestätisch und von unglaublicher Macht. Doch hier handelte es sich um eine Miniaturausgabe eines solchen Geschöpfs. Ob es auch fliegen konnte? In Alfs Erzählungen waren sie zumindest dazu fähig, wenn sie ganze Legionen von Heeren niedergebrannt hatten mit ihren Odem aus Feuer. Doch irgendwie hatte sie ihm nie wirklich geglaubt. Die Erzählungen aus der Vergangenheit mit den stählernen Riesen fand sie dagegen schon glaubhafter. Jetzt aber bröckelte ihr Glaube. Gerne hätte sie einen der anderen dazu befragt, doch sie hielt es so schon für anstrengend genug, als das es noch notwendig sei ein Gespräch zu beginnen.
Endlich schien Kazel Halt machen zu wollen. In der Ferne tauchte ein seltsamer Wald auf. Sie wunderte sich, denn sie wusste nicht von einem soweit außerhalb der Stadt, außer dem einen... reisende erzählten von ihm, wenn sie noch in die Bäckerei ihre Eltern kamen und schaurige Geschichten über die Toten reihen des Gehölz erzählten, wie es schimmerte und des Nacht seltsame Dinge um sich gingen. Den Gedanken verbunden mit ihren Eltern würgte sie gleich ab und konzentrierte sich, soweit es möglich war, ausschließlich auf die Erzählungen über den Wald: der Wald der Seelen... Seltsam war ihr zumute. Ein Gefühl von überzeugtem Vergnügen bis hin zu tiefer Furcht versuchte sich ihrem Körper gefügig zu machen, doch die freudige Überraschung obsiegte. Warum sollte sie auch Angst haben, immerhin war Kazel bei ihr. Er würde sie Beschütze, also war Angst an völlig falscher stelle. Ein hauch von Furcht ließ sie dennoch nicht gehen. So schien es wie eine absolute Wendung der Geschehnisse, als Kazel endlich zur Ende der Strapaze blies. Plötzlich waren alle Sinne wieder in hier und jetzt, der Wald für den Moment in vollkommener Vergessenheit, dafür aber zogen sich ihre Füße umso mehr in ihre Gewalt. Sie pochten und jaulten vor schmerzen. Aylin befürchtete das Schlimmste. In kleines Stückchen abseits von Kazel ließ sie sich schwerfällig nieder, bis ihre Zähne zusammen und setzte sich auf den kargen Boden. Dann begann sie vorsichtig einen Stiefel nach dem anderen auszuziehen. Es war unglaublich. Ihre Füße pochten und Drückten und schienen für den Moment ihrer Freiheit
den Höhepunkt ihrer Schmerzen angelangt zu haben, dann aber wand es sich langsam zum angenehmen um. Vorsichtig betastete sie ihre Füße und versuchte sie ohne die Socken ausgezogen zu haben prüfen zu können. Sie spürte wie sie ganz heiß waren dann wurde ihr bewusst, dass sich dort einiges angesammelt hatte: sie spürte die einzelnen Druckstellen der Stiefel, welche sie trug, sowie diverse Blasen, die sie sich zugezogen hatte. Es wunderte sie nur wenig, wahr sich doch auch so ungeschickt uneingelaufene Stiefel zu tragen. Sie wagte nicht ihre Socken auszuziehen um sich selbst, aber auch den anderen einen unschönen Anblick zu ersparen. Spontan kam ihr der Gedanke, das Lien ihr vielleicht helfen könnte, doch wollte sie nicht, das Kazel in direkter nähe war. Die Tatsache, das er sie so sehen würde störte sie weniger als die, dass er sich bestimmt etwas davon annehmen würde, ein solches Tempo angeschlagen zu haben und sie so mitgezogen zu haben. Vielleicht erwischte sie die Elfe in einem Moment, in dem Kazel kurz fort war, oder einfach noch schlief. Sie blieb erst mal an ihrer Stelle sitzen streckte ihre Glieder und legte sich flach auf den Boden. Es schien wunder herrlich zu sein, jetzt eine Pause machen zu können. Ihr Herz schlug allmählich langsamer und auch ihr Körper schien an Hitze abzunehmen. Gerne hätte sie sich etwas ausgezogen doch wusste sie, das es nicht gesund war so verschwitzt leicht bekleidet durch die Gegend zu ziehen. Doch noch mehr machte sich bemerkbar: zum einen ihr Magen der nach all der Arbeit endlich nach Essen schrie und dann noch etwas eher unangenehmes. Ihre Blase. Sie musste mal. Langsam hob sie ihren Oberkörper und schaute sich peinlich berührt um, immerhin konnte sie doch schlecht einfach so auf die freie Fläche ihrem Druck nachgeben. Ihr Blick schwankte umher, sah dabei Kazel, wie er gerade etwas zu essen auspackte, dann ein wenig in die Ferne. Das Einzige was wirklich in irgendeiner Form Sichtschutz zu bieten schien war der Wald der Seelen und dort würde sie nun wirklich nicht hingehen um einmal ein ruhiges Örtchen aufzusuchen. So entschied sie sich, wenn alle schliefen irgendwo ein wenig abseits hin zu hocken. Schwerfällig stand sie auf und versuchte auf Socken zu Kazel hinüber zu gelangen. Dabei ergriff sie die zuvor abgelegten und machte sich auf den Weg zu ihm. Ihr Gang musste der einer Ente gleichen, so fühlte sie sich zumindest, wagte es deshalb auch nicht aufzuschauen, sondern hielt ihren Blick sicherheitshalber am Boden, irgendwelchen böse aus dem Boden ragenden Steinen ausweichend. Lien hingegen schien gar nicht hungrig und zog den Schlaf wohl vor. Auch ihr kleiner freund gesellte sich zu ihr, welcher auch gleich als liebevoll gemütlicher Wärmespender genutzt wurde. Sie schmunzelte kurz. Endlich angelangt schien sie überglücklich ihr endgültiges Tagesziel erreicht zu haben: Kazel. Vorsichtig setzte sie sich neben ihn und lehnte sich seufzend an ihn. Dabei schaute sie aus dem Augenwinkel auf seine Hand, schloss dann die Augen und fragte ihn mit einem kleinem Lächeln auf dem Mund:“Gewehrt ihr mir die Ehre auch etwas von eurem köstlichen Mahl abbekommen zu dürfen?“ Dann lachte sie überrascht über sich selbst auf und schaute Kazel lächelnd an. Sie hatte selber nicht den blassesten Schimmer wie sie jetzt in diesem Moment auf solch eine Wortwahl kam, doch hob es ihre Stimmung eindeutig noch weiter an. Die Geschehnisse des anfänglichen Tages schienen für den Moment von ihr ab zu lassen. Jetzt konnte sie einfach sie selbst sein: fröhlich und glücklich. Diese Stimmung teilen wollend lächelte sie Kazel an, dann bis sie katzenhaft schnell in das, was Kazel gerade sich selber zum Mund führen wollte. Erfolgreich lächelte sie ihn verschmitzt an und kuschelte sich wieder an ihn.

Weiter in: Wald der Seelen
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Tales
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 205
Anmeldedatum : 19.04.09
Alter : 30

Charakter der Figur
Gesinnung:
Name: Creatio
Rasse: Halbblut

BeitragThema: Re: Sinari-Town   Mo Sep 13, 2010 9:07 pm

[Kortherreth, Belphegor, Marcella und Nihal]

Vor den Toren Sinari-Towns standen wie üblich die gelangweilten Wächter der Stadt und harrten der Dinge, die Geschehen mochten. Vor nicht allzu langer Zeit, hatte hier ein Zauberer gleich sieben Banditen auf einmal in Asche verwandelt. Keiner der Wachen konnte genau sagen, ob der Täter nicht sogar gar kein menschliches Wesen war, obgleich er wohl sehr menschlich ausgesehen hatte. Es scherte aber auch eigentlich niemanden, denn alles, was außerhalb der Stadtmauer geschah, war egal. Erst wenn jemand innerhalb der Grenze etwas anrichtete, war es ein zu bestrafendes vergehen. Und davon abgesehen, wer hätte sich schon mit einem solchen mächtigen Mann angelegt. Der Fleck, wo der enorme Blitz niedergegangen war, war immer noch zu sehen, denn die Erde war verbrannt und aufgerissen.
Erst als sich die vier Gestalten nährten, blickte einer der Wächter auf und signalisierte seinem Kumpan, dass jemand im Anmarsch war. Offenbar hatten sie jemanden bei sich, der bewusstlos war. Aufmerksam musterten sie dieses Leute und einer der beiden sagte schließlich: „Lange Tage und angenehme Nächte. Was führt euch in die Stadt? Braucht ihr einen Arzt? Macht ihr Rast?“
Der eine betrachtete den Ork argwöhnisch und meinte doch mal gehört zu haben, dass diese Kreaturen normalerweise in Clans unter Ihresgleichen lebten. Dann besah er sich den riesigen Kerl in der Rüstung, der alles andere als nett wirkte. Eine dieser Personen, war in einen mantel gehüllt. Sehr verdächtig, wie er fand, dennoch nicht wert darüber zu diskutieren. Nur die andere Frau dieser komischen Truppe weckte Interesse. Sie war bildschön und hatte etwas Mystisches an sich. Unverhohlen glotzte er sie an.
„Woher kommt ihr, wollte nun der andere wissen und schien die Augen nicht von der mysteriösen Schönheit lassen zu wollen.“
Hinter dem Tor an die Mauer eines Hauses gepresst duckte sich gerade eine Gestalt zurück in den Schatten, was für unaufmerksame Augen aussah, wie eine Täuschung der Augen. So kurz war die Gestalt sichtbar gewesen.
Im Grunde, war ganz klar, dass die beiden Wachen nicht zum Schutze der Stadt solche Fragen stellten, sondern eher aus purer Langeweile. Eine ernsthafte und ehrliche Antwort erhielten sie wohl nie. Jedoch täuschte man sich, wenn man annahm, dass diese Burschen nicht wirklich zumm Schutze dienten. Sie waren hervorragend ausgebildet und hatten gute Waffen, sodass sie einem Angriff lange stand halten konnten.


Zuletzt von Tales am Mi Sep 15, 2010 6:19 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://animegames.forumieren.de
Toddaeus

avatar

Anzahl der Beiträge : 737
Anmeldedatum : 01.02.10
Alter : 31
Ort : Münster

Charakter der Figur
Gesinnung: Schatten
Name: Belphegor
Rasse: Ork

BeitragThema: Re: Sinari-Town   Di Sep 14, 2010 7:52 pm

Belphegor hatte auf Kortherreth gestammel nicht weiter reagiert.
Die Blicke von der Stadtwache war er gewöhnt und ähnliches hatte er sich auch gedacht.
"Seid gegrüßt!", sprach der Ork etwas gewählter, was eigentlich an sich schon recht ungewöhnlich war. Gemütlich stellte er das Ende seiner Axt auf den Boden und lehnte sich so halb auf die Axtblätter. Von seiner Gemütlichkeit sollte man sich nicht täuschen lassen, er war jederzeit bereit sich mit allen ihm zur verfügung stehenden Waffen zu wehren.
"Ein Heiler für unseren Ohnmächtigen Freund wär nicht schlecht. Und eine Frage Jungs, wo kann man hier gut ein paar Nächte schlafen und eventuel ein paar Bierchen kippen!", fragte er mit einem orkischen Grinsen.
Sein Blick wanderte zur Gruppe. Nihal wirkte etwas nervös und die Menschenfrau hatte eine ungewöhnliche Wirkung auf die Wachen. Kortherreth war wie üblich der für Menschen oder anderen schmächtig gebauten Wesen Angsteinflössende Koloss.
So erregten sie wohl ziemlich viel Aufmerksamkeit, aber es würden auch nicht viele vagen, sie anzugreifen.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://fargrim.forumieren.com/forum.htm
Kuriba

avatar

Anzahl der Beiträge : 67
Anmeldedatum : 15.02.10
Alter : 30
Ort : Frankfurt (Oder)

Charakter der Figur
Gesinnung:
Name: Nihal
Rasse: Halbelf

BeitragThema: Re: Sinari-Town   Do Sep 16, 2010 3:23 pm

Nihal

Sie folgte dem gesagtem ohne ein weiteres Wort von sich zu geben oder gar eine Regung zu zeigen, da sie sich mehr auf sich konzentrierte um heil hier durch zu kommen. Sie mochte Städte nicht und schon gar keine die sie nicht kannte.
Doch während die Wachen und Belphegor sprachen, fiel ihr etwas auf. Es war sehr undeutlich und schnell gewesen, doch sie glaubte jemanden im Schatten gesehen zu haben. Nihal wollte den Verdacht dennoch nicht äußern da sie dadurch Aufmerksamkeit erhalten hätte, welche sie bestimmt nicht gewollt wäre. Sie entschloss sich das später den Anderen mitzuteilen wenn es von Nöten sein sollte.
Sie lief hinter den andern hinter her und wäre fast in Kortherreth rein gelaufen, aber nur fast und stoppte hinter ihm.
Sie hoffte das sie so ohne weiteres einfacher in die Stadt kommen würde, wenn sie hinter ihm versteckt bleiben würde. Den ihr Gesicht zeigen, wollte sie nicht und schon gar nicht erklären wer sie war. Was würde dann wohl passieren? Mit was müsste sie dann Rechnen? Sie wollte diese Fragen nicht beantwortet haben.
Des weiteren hoffte sie das die Wachen keine Magie aufspüren konnten, da sie immer noch jederzeit bereit war diese einzusetzen.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://kuriba.ku.funpic.de/Homepage/Home.html
Marcella

avatar

Anzahl der Beiträge : 75
Anmeldedatum : 11.02.10

Charakter der Figur
Gesinnung:
Name: Marcella
Rasse: Vampir

BeitragThema: Re: Sinari-Town   Do Sep 16, 2010 4:46 pm

Die Blicke des Wächters waren frech ...
Wahrscheinlich hatte er eine Frau, wie sie entweder noch nie oder eben seit langem nicht mehr gesehen.
Marcella warf ihm einen Blick zu, der ihn eigentlich in die Knie zwingen würde, sollte er nicht schon seit längerem ... nun das Bett mit sich selbst und seinem Freund der Hand teilen müssen.
Ein dezentes Lächeln wurde auf die Lippen gelegt, der Blick ein wenig Schüchtern zu ihm geworfen um eben so schüchtern wieder weg zu schauen.
Natürlich war dies nur reine schauspielerei, denn jedes Opfer war anders und ließ sich auch auf andere Gesten ein.
Dieser Kerl wäre ihr nächstes Opfer.
Da der Ork ohnehin schon nach einem Nachtlager gefragt hatte, würde sie sicher noch gelegenheit haben, ihn zu schnappen.
Für einen Moment hatte jedoch etwas anderes ihre Aufmerksamkeit erregt.
War es Einbildung gewesen oder eher nicht?
Es war sehr schnell gewesen ...
Für den Bruchteil einer Sekunde keimte Hoffnung in ihr auf, doch verlor sich diese gleich wieder.
Sicher wäre es keiner der ihren gewesen.
So widmete sie sich wieder dem Wächter, der seine blöden Fragen stellte und warf ihm einen weiteren, diesmal interessierten Blick zu.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Gesponserte Inhalte




BeitragThema: Re: Sinari-Town   

Nach oben Nach unten
 
Sinari-Town
Nach oben 
Seite 5 von 11Gehe zu Seite : Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6 ... 9, 10, 11  Weiter

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
Delai D'akar :: Rpg :: Rollenspiel-
Gehe zu: